30 Wilhelm Luft . 2 . Zum dialekt des Hildebrandsliedes .
legung und Sorgfalt zu , die er ihnen sonst abspricht . Ich halte nun auch den dritten grund der Kögeischen ansieht nicht für beweisend . Kögel hat nachgewiesen , dafs der schatz , syntax und Sprachgebrauch sich eng anschliefst an die as . denkmäler . Aber dies beweist doch nichts , da es ein schlufs ex silentio ist . Während wir nämlich im as . ein grofses stabreimendes epos haben ( vom Beowulf sehe ich gar ab ) mit durchgebildeter syntax , metrik und Wortschatz , fehlt uns für das ahd . ein solches . Hier sind wir nur gewiesen auf unser gedieht und das muspilli , beides nur trümmerhafte fragmente . Die ahd . gedichte mit endreim , also namentlich Otfrid , und die ahd . prosa dürfen doch nicht zu einer vergleichung herangezogen werden . Namentlich die reimenden gedichte erfordern eine ganz andere behandlung des Sprachgebrauchs , und daher darf man eine Übereinstimmung zwischen einem agerm . heldenlied in stabreimender form und einem christlichen reimepos , das gerade die elemente des kriegerischen heldenliedes zu meiden sucht , nicht durchaus fordern . Kögels ausführungen hätten gewicht , wenn wir auch gröfsere ahd . stabreimende epen hätten .
Ich glaube daher , dafs wir wieder zu der alten ansieht zurückkehren müssen , dafs nämlich ein nd . Schreiber ein obd . gedieht — wie ich meine , aus dem gedächtnis — geschrieben hat . Die punkte 1—4 , die ich seite 27 als stütze der Holzmannschen auffassung angeführt habe , sind für mich beweisend .

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.