2 . Zum dialekt des Hildebrandsliedes .
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erkennen giebt ? Es ist bekannt , dafs über die stelle , wo solche worte gestanden haben könnten , der gröfste streit geführt wird ( vgl . verf . Diss , passim ) . Der Schreiber hat die lücke nicht angedeutet . Dafs er sie gefühlt hat , glaube ich wohl , aber einen plausiblen grund anzugeben , weshalb er sie unbezeichnet liefs , vermag ich nicht . Wenn man aber bedenkt , dafs diese lücke sich jedenfalls vor vers 46 ( Braune ) befinden mufs , also mindestens 3—4 zeilen vor unsern ersten lückenpunkten , so ist vielleicht die Vermutung nicht allzu kühn , dafs der Schreiber erst die absieht hatte , die lücken deutlicher anzuzeigen ; nachher aber fiel ihm ein , das quemste hierfür wären punkte , und so zeigte er sie an . Dabei hatte er aber schon vergessen , dafs er etwas ausgelassen hatte . Letzteres ist nicht unwahrscheinlich , da er alle seine gedanken zusammennehmen mufste , um den störrischen , ihm fremden dialekt in seine mundart umzugiefsen .
2 . Zum dialekt des Hildebrandsliedes .
Die ansieht , dafs sich der mischdialekt schon in der vorläge befunden habe und dafs der oder die Schreiber , ohne sich irgend etwas dabei zu denken , diese unverständlichen lautkomplexe abgeschrieben hätten , weise ich entschieden zurück ; dafür fehlt jeder erklärungsgrund und jedes analogon . Es kann sich nur darum handeln , ob der Schreiber ein obd . war und eine nd . vorläge abschrieb , oder umgekehrt . Da ich nun die vorläge leugne , so stelle ich die frage so : hat ein obd . Schreiber ein gehörtes nd . gedieht , oder ein nd . ein obd . gedieht niedergeschrieben . Nun haben beide ansichten ihre Verteidiger gefunden . Holzmann ( Germ . 9 , 292 ) meint , unser gedieht sei die abschrift einer bayrischen vorläge , die ihrerseits die abschrift einer fränkischen vorläge ist . Soll

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