1 . Zur Handschrift des Hildebrandsliedes .
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lücken anzunehmen ( vgl . des verf . dissert . „ Die entwickelung des dialogs im alten Hildebrandsliede " , Berlin 1895 , seite 21 , 22 , 33—35 ) . Nun ist durchaus nicht gesagt , dafs der Schreiber die lücken nicht gefühlt hat , und man braucht nur anzunehmen , dafs er deshalb weiter schrieb , weil er nicht mehr wufste , wie sie auszufüllen waren . Solche kleine lücken natürlich , die nur ein wort oder einen halbvers ausmachen und den sinn nicht gerade empfindlich schädigen , mag er , da er keine ahnung mehr von rhythm i k und metrik hatte , nicht merkt haben . Einige gröfsere aber scheint er gefühlt zu haben , und ich glaube aus der handschrift schliefsen zu können , dafs er sie auch andeuten wollte . Es ist nämlich noch keine erklärung gefunden für die eigentümlichen zeichen und punkte am rechten rande des zweiten blattes . Dieselben nur als schreibversuche aufzufassen , wäre wohl angängig bei den buch - staben am rande des ersten blattes ; aber die zeichen am rande des zweiten kann ich nicht , wie Schroeder , als solche schreibversuche ansehen . Kein geringerer als Lachmann ( abh . der beri . akad . 1833 p . 134 ; kl . Schriften 419 ) lehrt uns , die punkte in unserer handschrift mit offenem auge zu betrachten . Er begründet darauf sogar eine metrische konjektur zu vers 4 garuiun sih iro suert ana : „ iro steht zwischen zwei punkten und der erste punkt näher als sonst an dem vorhergehenden Worte , also wohl nachgetragen , woraus ich schliefse , dafs iro nur aas versehen geschrieben war und durch die punkte als werflich sollte bezeichnet werden . " Auch Grein ( das lied p . 33 ) vermutet , dafs die punkte am rechten rande des zweiten blattes etwas andeuten sollen , er meint eine Umstellung . Nun scheint es mir auffällig , dafs diese punkte gerade da stehen , wo wir eine lücke empfinden , oder eine solche von auslegern angenommen wird . Es sind dies folgende stellen : 1 . Braune , Müllenhoff u . a . nehmen vor den worten des alten welaga nu vcaltant got ( vers 49 Braune ) eine lücke an , und zweifellos mufs Hadubrand dem alten gelegenheit gegeben haben , eine solche klage auszustofsen ( vgl . verf . diss . p . 21

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