Die altgermanische hundertschaft .
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dafs auf jedem pferde zwei leute ritten , von denen der eine im kämpfe absafs und zu fufs kämpfte ; eine ähnliche weise hätte Alexander der grofse nach Curtius Rufusbei den Dahern kennen gelernt . Immer aber bleibt zwischen dieser sitte und der germanischen ein tiefer unterschied bestehen . Nichts deutet darauf hin , dafs wir es bei jenen mischtruppen anderer Völker mit einem vor der schlachtreihe aufgestellten elitekorps wie bei den Germanen zu thun haben , nichts darauf , dafs die mischtruppe zu dem gesamtaufgebot in einem festen Zahlenverhältnis stand wie die germanische schaft . Dieser charakter einer elitetruppe , die aus wähl der fussgänger durch die reiter selbst , ferner die thatsache , dafs in der hundertschaft die sonst in der germanischen heeres - ordnung geltende Zusammenordnung der versippten und schwägerten aufgehoben ist , zeigen , dafs die militärische hundertschaft kein blofs naturwüchsiges gebilde , sondern das ergebnis militärischer Überlegung war . Wir dürfen und müssen nach dem besonderen entstehungsgrunde der germanischen einrichtung fragen ; er erscheint uns nicht unerforschbar . Um es kurz zu sagen , das Verhältnis zwischen reiter und fufs - gänger in der hundertschaft entspricht ganz genau dem zwischen wagenlenker und wagenkämpfer , wie wir es auf den reliefs und Wandgemälden der assyrischen und ägyptischen könige , im homerischen epos und bei den Kelten finden . Hier wie dort haben wir eine vor der grofsen heeresmasse aufgestellte vornehme spezialtruppe , hier wie dort die kunstmäfsige bindung des fufskampfes mit dem gebrauch des streitrosses , hier wie dort die ständige kooperation eines vornehmen kriegers mit einem von ihm ausgewählten minder vornehmen , aber vor der grofsen masse ausgezeichneten begleiter . Leicht würde sich die germanische mischtruppe als naturgemäfse ent -
] ) V , 32 : Equi bitws armatos vehunt , quorum invicem singuli reciente desiìiunt , equestri^ pugnae ordinem turbant : equorum velocitati par est hominum pernicitas .

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