Die altgermanische hundertschaft .
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nommene polizeilich - richterliche gewalt beruhte und aus dem die Sonderstellung der richterlichen hundertschaft gegenüber der sonstigen gerichtsverfassung verständlich wird . Kurz , von diesem gesichtspunkt aus erscheint die identität der lichen hundertschaft mit der militärischen hundertschaft der gemischten elitetruppe ( Tac . Germ . c . 6 , Cäs . B . G . 1 , 48 ) abweisbar . Der gedanke ist nicht neu : Gaupp ' ) hat ihn zuerst ausgesprochen , Gemeiner2 ) und Nitzsch3 ) haben ihn , indem sie noch ganz unzulässigerweise den comitaius ( Germ , c . 13 ) mit der hundertschaft zusammenwarfen , weiter geführt , ohne ihn jedoch fruchtbar machen zu können , weil sie nicht in dem cäsarischen magistratus die richterliche hundertschaft wiedererkannten und demgemäfs nicht von der thätigkeit dieser behörde bei der ackerverteilung ausgingen , sondern den princeps als den lebendigen mittelpunkt der stitution auffafsten und in den Vordergrund der betrachtung stellten . Baumstark4 ) lehnte die identifikation der beiden institute sehr energisch ab , vom Standpunkte einer blofs „ schützenden erläuterung der Germania " mit recht : weder Cäsar noch Tacitus denken auch nur im träum an die tität der richterlichen behörde und der elitetruppe . Wir kommen darauf noch zurück , fassen aber zunächst diese mischte elitetruppe etwas schärfer ins auge .
Yon der Verwendung der aus reitern und fufsgängern binierten truppe in der schlacht giebt uns Cäsar B . G . 1 , 48 ein anschauliches bild : „ Ariovist hielt die ganze zeit über " — d . h . fünf tage hindurch , an deren jedem Cäsar sein heer in schlaeht -
' ) Die germ , ansiedlungen etc . in den provinzen des röm . west - reichs s . 145 f . Das alte gesetz der Thüringer s . 106 .
2 ) Verfassung der centenen s . 78 ff .
3 ) Geschichte des deutschen volkes 1 , 68 . — Die anmerkung , mit welcher der herausgeber der Nitzschschen Vorlesungen seines meistere meinung stützen will ( s . 74 ff ) , hätte dem schönen buche erspart bleiben können .
■ * ) Urdeutsche staatsaltertümer s . 517 . Ausführl . erläut , s . 499 .

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