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Paul Kaiser .
läufig nicht mehr einer beschäftigung mit der begonnenen selbständigen schrift vom ästhetischen umgang . Daher können wir mit grofser Wahrscheinlichkeit schliefsen , dafs jene schrift vom november ab in die briefe an den herzog verschmolzen wurde und dort ihre fortsetzung fand . Tomascheks zweifelnde frage ( s . 260 ) , ob der aufsatz über den ästhetischen umgang in die briefe oder erst in deren spätere Überarbeitung für die hören verwoben worden sei , ist hiermit beantwortet .
Nie war Schiller , wie er an Körner am 4 . Oktober 1798 schreibt , „ reicher an entwürfen zu schriftstellerischen arbeiten " , als damals . Aber alle diese entwürfe , scheint es , wurden durch die briefe an den herzog verdrängt . Ein „ Traktat über das naive " wurde in aussieht genommen ( an Körner 4 . 10 . 93 ) , aber noch nicht ausgeführt ; die geplante Überarbeitung von „ Anmut und würde " ( an Göschen 24 . 10 . 93 ) unterblieb ; die angefangene schrift vom ästhetischen umgang wurde für den Augustenburger briefwechsel verwertet ; der entwurf für diese korrespondenz schwoll dem dichter ins riesengrofse , wie der brief an Körner vom 3 . februar 1794 zeigt . In diesem briefe erhalten wir das letzte Zeugnis Schillers für seine arbeit an dem Augustenburger briefwechsel : „ Hier bin ich gerade jetzt , und es wird mir gar schwer , über den begriff des genies mit mir einig zu werden . "
Kurze zeit darauf wird er über den begriff des genies mit sich einig : er lernt Goethe kennen . Der einflufs der be - kanntschaft mit Goethe macht sich sofort in der stellerischen thätigkeit Schillers geltend . Der plan der sophischen arbeit , mit der er gerade beschäftigt ist , erfährt eine scharfe begrenzung : im Spätsommer 1794 revidiert der dichter den Augustenburger briefwechsel und gestaltet ihn zu dem ersten teil der „ Briefe über die ästhetische erziehung " um . Die ästhetischen briefe 1 , 2 , 5 entwickeln sich aus dem brief an den herzog vom 13 . juli 1793 , brief 8 aus dem brief vom 11 . november 1793 ; von den briefen 3 , 4 , 6 , 7 , 9 lassen sich nur wenig oder gar keine spuren in dem uns erhaltenen

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