I . 
Die altgermanische hundertschaft . 
Von 
Richard Bethge . 
Unter den befugnissen des grofsen landdinges ( concilium civitatis ) nennt Tacitus Germ . c . 12 auch die wähl von fürsten zu gaurichtern : eliguntur in isdcm conciliis et principes , qui iura per pagos vicosque reddunt ; in Übereinstimmung hiermit weifs schon Cäsar B . Gr . 6 , 23 zu melden , dafs es in den nischen Staaten in friedenszeit keine staatliche oberbehörde gebe aufser den fürsten der nach territorium und bevölkerung schlossenen gaue , die unter den gaugenossen die rechtspflege zu besorgen haben : in pace nullus est communis magistratus , sed principes regionum atque pagorum inter suos ius dicunt controversiasque minuunt . „ Zur raterteilung und als stütze seines ansehens , " fährt Tacitus fort , „ stehen jedem gaurichter hundert aus der gaugemeinde bestellte begleiter zur seite " : centeni singulis ex plebe comités consilium simul et auctoritas adsunt . Die Verteilung der kompetenz zwischen dieser richterlichen hundertschaft und dem gaufürsten ist , namentlich wenn wir die aus den späteren nationalen rechtsquellen bekannte ge - richtsverfassung zur veranschaulichung herbeiziehen , in den Worten des Tacitus im ganzen klar genug ausgedrückt : die Stellung des gaurichters ist von formaler bedeutung , er vertritt nach aufsen hin das gericht , leitet die Verhandlung und ver - Festschrift . . 1
	        

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