Full text: Beiträge zur Volkskunde

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mit Wasser angefeuchtet werden . Diese Scliussspulen zu besorgen ist Sache der Wawern ( Weberin ) , wâwrin , oder älterer Personen , besonders der grille oder grûszerle , wie die Grossmutter heisst , und oft lieisst es da , wie bei Scherffer in der Ecloga von der Wirtin beim kunkeln : sie nickt und plinzt ein . 1 ) Auf ein Schock kommt immer ein bestimmter Scliuss ; er wird nach Schnellern berechnet . Je nach der Schwere des Garns gelili 20 , 30 , 40 Schneller auf ein Pfund . Ein Schneller besteht wöhnlich aus sieben „ gebind " , die durch einen Faden , die fitze , zusammengehalten ; daher wird der Schneller gefitzt , aufgebunden ; vgl . verfitzen verwirren . 
Zum Spulemachen dient ein kleines ( Spul - ) Pad , der Geist . Zum Geist gehört der lêdij , eine kleine Rolle oder Walze zum Aufwickeln des Fadens ; sie unterscheidet sich von der eigentlichen Spule dadurch , dass sie nur einen Wirtel hat . 
Beim Arbeiten , wâwrn , sitzt der Weber auf dem brätle , der Sitzbank , hinter dem Webstuhl , oder kurz Stuhl , Stull , genannt . Er besteht aus dem Gestell , vier Säulen , in deren runden Löchern ( eins heisst die flâscli ) Querbalken oder - bäume ruhen , und dein Webstuhlgeschirr . Dazu gehört vor allem die load , die Lade , die auf einem Oberbalken ( êvrbâlke ) beweglich aufgehängt ist . Ein Teil der Lade , der eisenbeschlagene quârdeckl oder ôbadeckl , liegt in eisernen Vertiefungen , den frëschlen ( Fröschlein ) . Auf der Lade wird das Schiffchen oder die schëtz , die Schütze , mittels der Kur re ( de klirr ) eines hölzernen Handgriffs , hin - und herbewegt . ( Diese Handhabe heisst auch der pregi ( Prügel ) . Dabei helfen , auf beiden Seiten der Lade , in den Kastlen die Treiber . — Durch den unter dem Stuhl befindlichen Tritt , trêt , werden die durch Schnüre mit einander verbundenen Schäfte auf - und gezogen . Beim Webern wird die Leinwand gehalten durch die Sperr - Rute , sperrutt , den Breithalter 
T ) Vgl . a . a . 0 . S . 161 .
	        
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