Full text: Beiträge zur Volkskunde

I . Die Weber in Katscher . 
Wie auf jeder Kulturstufe die einzelnen Berufsklassen bestimmte Ausdrücke und Wendungen , überhaupt einen bestimmten Sprachschatz haben , der von ihnen vorwiegend oder ausschliesslich gebraucht und von den übrigen zum teil gar nicht verstanden wird ( man denke an die sprache , das Rotwälsch , an slang , jargon und cant ) , so ist dies auch in der Mundart der Fall . Weinhold ( über deutsche Dialektforschung S . 13 ) deutet auf die Sprache der Jäger und Förster , der Berg - und Hüttenleute , sowie auf die Kunstausdrücke der Fischer und Schiffer hin und fährt fort : „ Eine reiche Fundgrube öffnet sich dem Sammler in dem Sprachschatze der Handwerker . Die Arbeiten der einzelnen Gewerke und ihr Handwerkszeug lasse man sich nennen . " Ich habe diesen Wink des meisters auf dem Gebiete schlesischer Volkskunde befolgt und in Katscher einiges aus der Handwerkssprache der Weber zusammengetragen . Kurze Bemerkungen über den Sammelort mögen vorausgeschickt werden . 
Katscher1 ) , 1321 zur Stadt erhoben , liegt in dem oberschlesischen Kreise Leobschütz und zählt etwa 5000 meist katholische und deutsch redende Einwohner , von 
l ) Von den Bewohnern Kâtschr oder Ksetschr genannt . Ein Reimwort bot sich ( gelegentlich eines Sängerfests in Leobschütz ) in dem schlesischen plâtschr m . Platzregen : 
Seid gegrüsst ihr Sänger von und Katscher 
Der Himmel bewahr' uns heut vor einem Plâtscher . —
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.