Anhang .
( Zu S . 233 . )
„ Im Sommer 1837 wanderte ich in Schlesien und kam auf dem Wege von Dambrau nach polnisch Leipe durch einen grossen Wald mit etwa achtzigjährigem Bestände , in welchem sich noch deutliche Spuren eines Dorfes , welches ehedem dort gelegen , erkennen Hessen . Ich erfuhr , dass dort ehedem das Dorf Benckwitz gestanden , welches vor etwa 100 Jahren auf ausserordentlich eigentümliche Weise seine sämtlichen Einwohner mit einemmale verloren habe . Auf eingehende Fragen an die Erzähler dieser Tatsache wurde mir mitgeteilt , dass ein Mädchen aus Benckwitz , welches in einem andern Dorfe diente , am Sonntag Nachmittag ihre Eltern besuchen wollte . Das Mädchen kam ans Elternhaus , fand dieses offen und — alles tot . Sie geht ins barhaus — alles gestorben . Sie geht von einem Hause zum andern , und da findet sie vielfach die mit häuslichen Hantierungen im Augenblicke des Todes beschäftigt gewesenen Insassen genau in der Stellung , wie sie vom Todesaugenblicke rascht wurden : eine Frau mit den Händen im Teig beim Backen , eine andere beim Kartoffelschälen u . s . w . Endlich nach völliger Durchirrung des ausgestorbenen Heimatsdorfes findet sie im letzten Hause einige Knechte beim Kartenspielen , und auf ihr Klagegeschrei , dass alle Bewohner ausser den Spielern im Dorfe storben seien , wird ihr , nachdem sie sich beruhigt , von diesen teilt , dass sie beim Spielen vor einigen Stunden nötig hatten , das Schlüsselloch der Stubentür zuzustopfen , weil ein gelber Strahl gedrungen wäre . Die Spieler begaben sich nun mit dem Mädchen nochmals auf die Durchwanderung des Dorfes und fanden alles stätigt .

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