Full text: Das Album der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 1665 - 1865

Vorwort . 
Zweihundertundfünfzig Jahre sind zum Anfange dieses Wintersemesters ( 1915 / 16 ) ver- flossen , seit die Christian - Albrechts - Universität in Kiel mit großem Gepränge eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben wurde , eine Pflegestätte wissenschaftlicher Forschung und Lehre in den Herzogtümern Schleswig - Holstein zu sein . Mancherlei Festlichkeiten waren für das Ende des Sommersemesters 1915 geplant , um die Erinnerung an ihre Gründung würdig zu feiern . Der große Krieg , der jetzt über ein Jahr währt , der bereits das Blut so vieler Landeskinder fordert hat , in dem zahlreiche Lehrer sowie ehemalige und jetzige Studierende der Kieler Hoch- schule den Heldentod erlitten haben , hat das schon in allen seinen Einzelheiten sorgfältig vor- bereitete Jubiläum unmöglich unmöglich . Widrige Verhältnisse , Verfall und geringe Frequenz , vor allem Kriege und ihre Nachwirkungen haben bewirkt , daß die Universität bisher jedesmal daran verhindert wurde , die wichtigeren Gedenktage ihres Bestehens festlich zu begehen ; auch nunmehr ist sie wieder von gleichem Mißgeschick betroffen worden . 
Nicht äußere Veranstaltungen sollte dieses bieten ; es waren auch wissenschaftliche Fest- gaben in Aussicht genommen , unter andern die Herausgabe der Universitätsmatrikel . Die Be- deutung dieser Publikation geht weit über den Rahmen der Universitätsgeschichte hinaus ; sie erstreckt sich auf das Gebiet der Landesgeschichte . War doch Kiel in den beiden ersten hunderten seines Bestehens vornehmlich Landesuniversität mit geringem Zuzuge von auswärts ; die Studierenden , die dem Lande entstammten und in ihm später Anstellung suchten , mußten hier mindestens zwei Jahre verweilen . So bietet denn die Kieler Matrikel die Namen aller akademisch gebildeten Schleswig - Holsteiner überhaupt , insofern sie wenigstens im Lande zu bleiben und ihm ihre Dienste zu widmen gedachten . Sie ist daher eine Quelle ersten Ranges für die Bildungs - und Kulturgeschichte von Schleswig - Holstein , sowohl der adligen Geschlechter als auch der bürgerlichen Beamten - und Gelehrten - Familien . Auf das engste sind die Schicksale der Landesuniversität mit denen des Landes verflochten . Nicht nur daß sie hier der Mittelpunkt wissenschaftlicher Forschung und Lehre sowie des geistigen Lebens überhaupt war , in bewegten Zeiten , in schwerer Not und Drangsal hat die Universität zusammen mit den besten und edelsten Männern des Landes für die Sache Schleswig - Holsteins gekämpft und gelitten . Die alma mater Kiliensis hat allzeit voran gestanden als Ruferin im Streite um das gute deutsche Recht der beiden Herzogtümer , und ihre Söhne haben dafür ihr Leben auf den Schlachtfeldern dahingegeben . Das Gefühl der Zusammengehörigkeit von Land und Universität hat nun darin seinen Ausdruck gefunden , daß auf Antrag der für die Förderung der Landesgeschichte stets eifrig und hilfsbereit eintretenden Provinzialverwaltung der Provinziallandtag von Schleswig -
	        
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