Full text: Actenstücke und Rechtliche Gutachten in Sachen der Städelschen Intestat-Erben gegen die Administration des Städelschen Kunst-Instituts zu Frankfurt am Main. Testamentsanfechtung betreffend

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«aber seine geliebte Vaterstadt in ihre Selbstverwaltung , und nach Abschaffung der " französischen Einrichtungen und Gesetze , in den Genuß der vorhin in Frankfurt «gegolten habenden gemeinen und statutarischen Rechte zurückgetreten sey ; so habe «er sich entschlossen , unter Cassir - und Annullirung der obgedachten und aller ftü - " Heren letztwilligen Dispositionen , mit Beobachtung der Förmlichkeiten des gemeinen " Rechts , bey noch genießenden Seclenkräften , wie es nach seinem Ableben mit sei - »nem rücklassenden zeitlichen Vermögen gehalten werden solle , hiermit zu verord - " NM . " — Sodann verordnet er im § . 4 . und 2 . wie folgt : 
Z . 1 . " Meine Sammlung von Gemälden , Handzeichnungen , " Kupferstichen und Kunstsachen , sammt dazu gehörigen Büchern , »soll die Grundlage eines zum Besten der Stadt Frankfurt und «deren Bürgerschaft hiermit von mir gestiftet werdenden Städel - »schen Kunstinstituts seyn . D i eses Städelsä ) e Kunstinstitut setze »ich zu meinem Un iversal - Erben in meinen gesammten dereinsti - »gen Nachlaß an beweglichem und unbeweglichem Vermögen , mit alleiniger Aus - »nähme der von mir in der Testaments - Beilage für meine Verwandte , Freunde " Und andere Personen gestifteten oder noch fernerhin — — gestiftet werdenden »Legaten , in bester Rechtsform hiermit ein . « 
§ 2 . " Da meine Absicht dahin gerichtet ist , daß dieses von »mir gestiftete StädelschL Kunstinstitut der Stadt Frankfurt zu «einer wahren Zierde gereichen und zugleich deren Bürgerschaft . . nützlich werden möge ; so will ich , daß nicht nur meine vorrathige Samm - 
»lung von Gemälden eri>alten und von Jahr zu Jahr vermehrt — 
" vervollkommnet , sondern auch angehenden Künstlern und Liebhabern «an bestimmten Tagen und Stunden , unter gehöriger Aufsicht zum Gebrauch «und Ansicht ganz frei und unentgeldlich geöffnet werde . Zugleich »aber verordne ich , daß Kinder unbemittelter in Frankfurt ver - «bürgerte ? Eltern ohne Unterschied des Geschlechts und der Re - " ligion , welche sich den Künsten ^unv Bauprofessionen widmen «wollen , zur Erlernung der Anfangsgründe des Zeichnens , durch «geschickte Lehrer oder in dem in Frankfurt bereits bestehenden städtischen Zeich - »nungs - Jnstitut , und wenn jie ihre glückliche natürliche Anlagen und «Fähigkeiten bei diesem ersten Unterricht erprobet , auch durch
	        

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