Full text: Actenstücke und Rechtliche Gutachten in Sachen der Städelschen Intestat-Erben gegen die Administration des Städelschen Kunst-Instituts zu Frankfurt am Main. Testamentsanfechtung betreffend

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das römische Recht anzuwenden , und hierdurch eine vom Sraal anerkannte und speeiell genehmigte , vor der Testamentserrichtung schon erbfähige , ristische Person im Städelischen Institut vorhanden seyn . 
Mit dieser Genehmigung war auch der modus der Errichtung , nämlich durch ein Testament ertheilt . Wey dieser allgemeinen Bestimmung war also nicht nur dasjenige Testament gemeint , was etwa gleich nach dem ftag - lichen Deerete errichtet würde , sondern auch jede letztwillige Verfügung , die nichts demselben entgegen enthielte , selbst wenn mehrere stch wiederru - sende errichtet wurden , wenn , nur die Letzte dieses Erfordernis ! hatte . 
Dagegen wird eingewendet , weder das letzte Testament sey unter der gesetzlichen Gültigkeit deS Code Nap . errichtet worden , noch der Testirer zu dieser Zeit gestorben , er habe vielmehr unter der Herrschaft eines neuen Gesetzes , mit Widerrufung der früheren Testamente , testirt . Es koimnt aber , nach der jetzigen Gesetzgebung gar nicht darauf an , ob der vormalige Großherzog Usurpator war , oder unter welchem Gesetz das Städelische Institut bestätigt worden . 
Regier . Bltt . III . 250 . 
Gesetz - und Statutenbuch I . 79 . I . 74 . N° . III . ! 
Diese Bestimmung war , ein , bereits in privatrechtlicher Hinsicht erworbe - neS Recht , welches die jetzige Gesetzgebung , ohne Rückstcht auf seinen Ur - sprang anerkennt ; und mehr bedurfte das Städelistye Institut nicht , um eine eristirende juristische Person zu seyn , als die Genehmigung der Regie - rung , daß es letztwillig gestiftet werde . Es mstirte daher zur Zeit der TestamentSerrichtung , und war damals , so wie beym Anfall der Erbschaft , erbfähig , wenn auch der Testirer unter der Herrschaft eines neuen Gese - tzes , mit Widerrufung der früheren Testamente testirt hat , da das letzte Testament nichts , der einmal enthaltenen Genehmigung , zuwider enthält und der Bezug im introiius des Testaments auf daS abgefdiaffte Franz . Recht , kann , ohne Widerspruch mit dem Inhalte , nicht anders , als auf die Formalitäten verstanden werden . Das bei ) den Stiftungsworten ge - brauchte Wort „ hiermit " bezeichnet nur den . Moment , wo der Testirer stch seines erworbenen Rechtes bediente . 
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