Full text: Actenstücke und Rechtliche Gutachten in Sachen der Städelschen Intestat-Erben gegen die Administration des Städelschen Kunst-Instituts zu Frankfurt am Main. Testamentsanfechtung betreffend

21 
noch die Genehmigung des Senats beizubringen , damit daS Institut als eine sona moralis im Staate angesehen werde , und dasselbe auch nachher vom Staate angenommen worden ist , so kann dieses nicht beweisen , daß daS Institut vor dieser städtischen Genehmigung nicht eine persona moralis im Staate sen sey . 
Pütter I . c . § . 456 . 
Schnaubertö Anfangsgründe des StaatSr . der Reichslande . 2r Bd . 
12 Hauptst . 
Kjüber öffentl . Recht deS deutsch . Bundes . Frf . 1817 . § . 183 . 
Die , von dem Städel , mit Beziehung auf den Art . 910 deS Coder Napoleon gesuchte und von dem Großherzog ertheilte Genehmigung des zu stiftenden Stjdel - schen Kunst - Jnstituts hat daher auch mit Abschaffung des Cover Napoleon in Frankfurt ihre Wirkung nicht verlieren können , da die Notwendigkeit derselben , wie schon ist bemerkt worden , auch auf allgemeinen staatsrechtlichen Prinzipien ge - gründet ist . 
Dieses solchergestalt gestiftete Kunstinstitut hat nun Stidel mit Folgendem zum Erben eingesetzt : 
«Dieses Städelsche Kunst - Institut fetze ich zu meinem Universal - Erben in meinem gestimmten dereinstigen Nachlaß an beweglichem und unbeweglichem Ver - mögen . . . . in bester Form hiermit ein . « 
«Da meine Abstcht dahin gerichtet ist , daß dieses von mir gestiftete Städelsche Kunst - Jnstitut der hiesigen Stadt zu einer wahren Zierde gereichen , und zu - gleich deren Bürgerschaft nützlich werden möge ; so will ich , daß nicht nur meine vorräthige Sammlung von Gemälden , Handzeichnungen und Kupferstichen , nebst den in das Kunstfach einschlagenden Büchern auch sonstigen Kunstsachen , er - halten und von Jahr zu Jahr vermehrt , bey vorkommenden Gelegenheiten durch Austausch der vorhandenen schlechter« und mittelmäßigen Stücke gegen bessere ver - vollkoinmnet , sondern auch angehenden Künstlern und Liebhabern , an be - stimmten Tagen und Stunden unter gehöriger Aussicht zum Gebrauch und Anstcht ganz ftey und unentgeldlich geöffnet werde . 
Zugleich aber verordne ich , daß Kinder unbemittelter dahier verbürg« : - ter Eltern , ohne Unterschied des Geschlechts und der Religion , welche sich den
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.