Full text: Actenstücke und Rechtliche Gutachten in Sachen der Städelschen Intestat-Erben gegen die Administration des Städelschen Kunst-Instituts zu Frankfurt am Main. Testamentsanfechtung betreffend

15 
genblicke zweifeln , daß der Senat eine gemeinnützige , zur Zierde der Stadt und zur Beförderung der Kunst gereichende Stiftung eben so bereitwillig bestätigen würde , alö es ftüher der Großherzog schon gethan hatte . 
Wenn man aber auch die höhere Bestätigung für nothwendig erachtet , so darf man wohl mit Recht von dem Satze ausgehen : daß es völlig genüge , wenn die Genehmigung ertheilt ist , wenn ste nur überhaupt erlheilt wird . Wendet man die Grundsatze von Erbeoeinsetzung unter Bedingung an , so muß bei Erbesein - setzung juristischer Personen es genügen , wenn die Confirmation erst nach dem Tode des Erblassers gegeben wird ; denn a ) zur Zeit der Testamentserrichtung ist eine nicht bestätigte juristische Person , z . B . Stipendienstiftung , nicht als Collc - gium illiciium zu betrachten ; d ) zur frühern Nachsuchung der Genehmigung kann oer Testator vor der Testaments - Verfertigung nicht verpflichtet werden , da theils kein Erblasser verbunden ist , den Inhalt seines letzten Willens voraus bekannt zu machen , und theils jedes Testament bis zum Tode des Erblassers widerruflich ist , und erst durch den Tod die letzte Willensmeinung als ernstlich erscheint ; jetzt erst ist die Bedingung da , unter welcher eine Genehmigung für die eingesetzte juristische Person gesucht zu werden braucht , und genau betrachtet ers^ nachgesucht werden kann . Diese Genehmigung ist aber nach dem Tode Dtädels sogleich impetrirt , und auch gewonnen worden . 
Allein der Erblasser Städel hat selbst noch mehr gethan , er hat bereits vor der Testamentserrichtung d ? e Genehmigung bei dem damals regierenden Groß - Herzoge nachgesucht , und 1811 am 21 . Nov . erhalten * ) . 
* ) Carl von Gottes Gnaden Fürst Primas des Rheinischen Bundes Großherzog von Frankfurt , Erzbischof von Regensburg : c . Nachdem UnS Johann Friedrich del von Frankfurt zu erkennen gegeben hat , daß er entschlossen sey , seine Sammlung von Malereien , Kupferstichen und andern Kunstsachen einem zum Besten der Stadt Frankfurt und Bürgerschaft durch lezten Willen zu stiftenden , den Namen Städelischen Kunstinstitute führenden eigenen und für sich bestehenden Institute zu vermachen , diesem Institute zu seiner Einrichtung , Erhaltung und successiven Vergrößerung einen ansehn - lichen Theil seines Vermögens zuzuwenden , zu deS Instituts Verwaltung besondere Ad - ministratoren zu bestellen , welche bei dem Abgange ein oder des andern durch Tod oder Entsagung sich selbst durch freie Wahl zu ersetzen , auch jährlich einer von ihm anzuord - nenden Oberaufsicht Rechnung abzulegen , sonst aber in Verwaltung , Erhaltung , Ver -
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.