Full text: Actenstücke und Rechtliche Gutachten in Sachen der Städelschen Intestat-Erben gegen die Administration des Städelschen Kunst-Instituts zu Frankfurt am Main. Testamentsanfechtung betreffend

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geben zu einem bestimmten Zwecke unterscheidet , und im eigentlichen Sinne des . Wortes Stiftung wird . Dich Besondere liegt aber in der Bildung eines nen , selbstständigen RechtssubjeeteS , der Stiftung selbst . Offenbar ist ses aber nur die besondere , cigenthümliche Form , das heißt , die Stiftung wird nicht ihr eigenes Subject , vielmehr kann solches nur ein anderes , der Zweck der Stiftung seynz nun erhält dich wahre Subject den Fond , das Ver - mögen in einer charakteristischen besonderen Modalität , in der Form der Er ! - stenz eineS für dasselbe begründeten RechtSsubjccteS . Z . B . ich vermache den Armen entweder taufend Gulden geradezu , oder ich stifte für die Armen eine Un - terstütznng von tausend Gulden , in der Art , daß dieses Kapital für beständige Zeit auf einem Gute liegen bleiben , und die Rente jahrlich an die Armen vertheilt den soll . In beiden Fällen habe ich einen Fond angewiesen , in beiden Fällen dasselbe Subject bestimmt , aber nur in verschiedener Form . Dort wird mein aus - gesetztes Vermögen in dem Fonde selbst vertheilt , hier nicht , sondern bleibt ein Gan - zeS , ein eigenes stlbstständiges Rechtssubject . 
( . 4 ? In diesen drei Merkmalen ist nach unserer Ueberzeugung das Wesen einer Stiftung vollkommen erschöpft , und ebenso darf keines fehle» , ohne daß entweder gar Nichts zum Vorschein kommt , oder irgend etwas anderes . Was aber sonst sich noch findet , stellt sich nur als zufällig dar , oder wird wegen ganz anderer Gründe , die ausser der Natur einer Stiftung liegen , hereingezogen , wie z . B . daS Gemeinnützige , Moralische des Zweckes , einer Anstalt für Menschen ausschlichend nicht bloß für Sachen , Thicrc u . dergl . , was ( ich doch nach dem Begriffe der Schenkung denken ließe . 
§ . 7 . 
Wendet man nun 
2 . diese auS der Natur der Stiftung gezogene Begriffsbestimmung derselben auf das Städelsche Testament , und die ganze von de» , Testirer getroffene sition an , so crgiebt sich das Unrichtige der Behauptung , als könnte und müßte in dem genannten Testamente die Stiftung des Institutes von der Erbes - einsetzung getrennt , und deshalb ein Unterschied zwischen den enuntiativen und dispositivcn Worten deS letzten Willens gemacht werden .
	        

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