Full text: Actenstücke und Rechtliche Gutachten in Sachen der Städelschen Intestat-Erben gegen die Administration des Städelschen Kunst-Instituts zu Frankfurt am Main. Testamentsanfechtung betreffend

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Götz rechtliche Entsch . der juristischen Facultät zu Altdorf Nr . 15 . v . Wen ing - Jngen heim Lehrb . des gem . ( Zivilrechts Buch V . § . 44» 
Durchaus unrichtig ist es , wenn das Göttinger Gutachten pag . 18 . , um zu beweisen , daß ein zur Zeit des TodeS noch nicht concipirter , auch jetzt nicht zum Erben eingesetzt werden könne , sich auf^ie Aussprüche der oben angegebenen römi ? schen Juristen beruft , wonach dem postuinus alienus nur dann , wenn er niorte icstatoris sich in uiero befindet , durch die bonorum possessio geholfen werden konnte ; als wie wenn dieses antejusiinianeische Recht nicht später durch Justinians Verordnung über die pcrsonac inecrtae jede Einschränkung verloren hätte , so baß man jetzt nicht mehr der bonorum possessio bedarf , sondern mir viel umfassendem Folgen sich deö von Justinian eingeführten ( Zivilrechts bedienen kann . 
§ . 6 . 
Es ist nun zwar im Allgemeinen richtig , ( was in dem 2ten Abschnitt des Güttinger Gutachtens S . 16 als angeblicher Präjudicialpunct ausgeführt wird ) , daß der im Testament zum Erben eingesetzte die Erbschafts - Fähigkeit haben müsse : 1 ) zur Zeit der Testaments - Errichtung , 2 ) zur Zeit des Absterbens des Testators oder wenn er unter einer Bedingung zum Erben eingesetzt ist , wenn diese Bedin - gung eintritt ; 3 ) von diesem Zeitpunkte des Anfalls der Erbschaft an , bis zur ErbschaftSantretung . Aber es versteht sich von selbst , indem die Gesetzgebung ge - stattet , Personen zu Erben einzusetzen , die gegenwärtig noch gar nicht existiren , bei denen es noch ungewiß ist , ob sie je eristiren werven , wie dieses beim nasciturus und vollends beim noch nicht concipirten der Fall ist , daß bei diesen Personen von den Eigenschaften , welche eine schon eristirende Person erbunfähig machen , noch nicht die Rede seyn kann . Hier kann man mit Recht sagen : non cntis nuJla sunt pracdicata , erst muß erwartet werden , ob die Person existent wird . 
Was nun daä Städtische Kunst - Institut betrifft , so wiro sich zwar unten aus - weisen , daß dasselbe als pia causa nach dem neuern römischen Rechte überhaupt keiner besonderen Genehmigung des Staats bedürfe ; aber indem wir hier einst ? weilen von den Wirkungen der pia causa abstrahlten , sind wir berechtigt , die beim postum us geltenden Grundsätze analogisch auf dieses Kunst - Institut anzuwenden . Gesetzt selbst , wir hätten bloß das ante - justinianeische Recht , wonach nur dem zur Zeit deö Todes des Testators concipirten postuinus alienus durch die bonorum
	        

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