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Zollbeamten und lieh ihn ruhig darin herumwühlen . Ich hatte aber eine Anzahl von Baedekern und Meyern für Palästina und Ägypten . Diese Bücher mit ihren Karten und Plänen erschienen dem Beamten als sehr bedenklich , - besonders das Reichskursbuch mit seinen Ziffern und Eisenbahnrouten war ihm verdächtig : auf - merksam prüfte er den Inhalt , drehte das Buch herum , das unterste nach oben und prüfte nochmals , und schließlich packte er meine sämtlichen Reisebücher und Kursbücher unter den Arm und schob damit ab . und vielleicht hätte ich nie etwas davon wieder - gesehen , wäre ich ihm nicht auf dem Fuße gefolgt bis in das Zimmer eines höheren Beamten , der genug von der außer - türkischen Welt kannte , um die Bücher als gänzlich unverdächtig und der Heiligkeit des Islam ungefährlich freizugeben .
Weiter ging es immer nach Süden bis Saloniki . Da unser Schiff nach Athen erst am späten Nachmittag fuhr , so hatten wir Zeit , Saloniki zu besehen und die unvermeidlichen Postkarten zu schreiben . Eine derselben war an meinen Kollegen Gräfe , damals Professor für Neues Testament , in Kiel gerichtet und lautete :
Nach Thessalonich schrieb Paulus der größere zweimal ,
Wenn auch die böse Kritik dieses wie alles benagt .
Aus Thessalonich schreibt Paulus her kleinere heute ;
Für ein kanonisches Werk kommen wir leider zu spät .
Saloniki , zwischen schönen Bergen an einem Fluß gelegen , ist eine sehr interessante Stadt . Von den damals 60000 Ein - wohnern waren nicht weniger als 40000 Juden , welche aus Spanien vertrieben sich hier angesiedelt haben . Sie unterhalten eine hebräische Zeitung , d . h . eine mit hebräischen Buchstaben gedruckte : sieht man aber näher zu , so ist sie in einem altmodischen Spanisch verfaßt . Übrigens machen die Verhältnisse in Saloniki den Juden alle Ehre . Man wird nicht wie sonst im Orient an - gebettelt , die Kinder sind anständig gekleidet und gehen , wie wir es beobachten konnten , in die Schule .
Am späteren Nachmittag schifften wir uns auf einem italie - nischen Dampfer nach dem Piräus ein und kamen erst abends Legen 6 Uhr dort an . Wir fuhren zum Hotel des Etrangers , einem guten Hotel an dem freien schönen Platze , an dem auch das Königsschloß liegt . Am Morgen öffnete ich das Fenster :
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