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roten Gesichte und seinen langen weißen Haaren die keit der Anwesenden . Als es dann aber nach dem Esfen zur Polonaise ging und ich mit Fräulein Niebuhr , einer interessanten jungen Lehrerin , in der Reihe herumschritt , bemerke ich meinen Oppert , wie er müßig an der Seite steht . „ Warum tanzen ^>e nicht ? " rief ich ihm zu . — „ Weil ich keine Dame habe ! " versetzte er . — „ Hier , nehmen Sie meine " , sagte ich und trat ihm meine Stelle ab . Aber alsbald reute es mich , so großmütig gewesen zu sein , und um wieder zu meiner Dame zu gelangen , erfaßte ich einen jungen Privatdozenten , es war der noch jetzt unter uns wirkende Professor Wolff . und mich verlassend auf Opperts welt - bekannte Kurzsichtigkeit , substituierte ich ihm Wolff als Dame , so daß er mir vorkam wie der vi - . Cajus in den „ Lustigen Weibern von Windsor " . Ob er bemerkt hat , daß er nun statt der Dame einen Herrn am Arm hatte , weiß ich nicht zu sagen .
Die Stockholmer Tage schlössen mit einem großen Diner , von welchem aufstehend wir uns sofort zum Bahnhofe begaben , um in einem sehr bequemen Ertrazuge vom Abend spät bis zum folgenden Nachmittag die weite Strecke nach Christiania zurück - zulegen , wo der zweite Teil des Kongresses folgen sollte . Am Abend war Begrüßung mit Konzert in den Freimaurerlogen . Alles war in fröhlicher Stimmung und unterhielt sich um so lebhafter , als man sich von Stockholm her schon kannte . Da sehe ich Mar Müller , sonst so sehr umschwärmt , etwas trübselig da - sitzen . Ich erkundige mich nach seinem Befinden . „ Ach , " sagte er . „ mir geht's recht übel . Von den Tagen in Stockholm und der langen Eisenbahnfahrt fühle ich mich ermüdet , soll nun morgen vor 600 Personen die Eröffnungsrede halten und weiß nicht , worüber ich reden soll . " — „ Sprechen Sie doch über Sprach - Wissenschaft . " — „ Dazu habe ich keine Materialien bei mir . " — „ Sprechen Sie über Ihre Rigvedaausgabe . " — „ Darüber habe ich schon in Stockholm gesprochen , was soll ich nur machen . »Da ist doch der wundervolle Schöpfungshymnus . Rigveda , 129 . über den Sie sich in ihrer Literaturgeschichte so begeistert äußern , wollen Sie nicht über den sprechen ? " — . . Das wäre em Gedanke , aber ich habe keinen Beda mit . haben Sie einen bei sich . — „ Das nicht , aber den Hymnus kann ich Ihnen aus dem

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