Full text: (Theil 2)

) 47f C 
Das ist gewiß , unsere Streitigkeiten können kein Ende haben , so lange sich jeder selbst zum Muster und Richter nehme» will . So viel Menschen , so viel Maasse wird es geben ; mW jeder Mensch ins besondere wird so viel ver ? schiedcne Muster haben , als es merklich schiedene Perioden in seiner Lebenszeit giebt . 
Hieraus , dünkt mich , kann ich hinlänglich abnehmen , wie nöthig es sey , einen Maaßstab , ein Muster ausser mir zu suchen . So lange ich hiermit noch nicht zu Stande bin , Klange werden meine Urtheile größten Theils falsch , und durchgängig ungewiß seyn . 
Aber wo - vÄ ? fsll ich diefts unwandelbare Maas ? , das mir fehlet , und das ich suche , nehmen ? — Von einem idealischen Menschen , den ich mir bilde , dem ich die Gegenstands vorlege , den ich darüber urtheileu lasse , und dessen getreues Echo ich bloß bin ? — Aber dieser Mensch wird mein eignes Werk seyn . — - Das schadet nicht ; wenn ich ihn nur aus un - . veränderlichen Elementen schaffe . — Aber wo sind diese unveränderlichen Elemente ? — In der Natur ? - Gut ; aber wie soll ich sie zu - sammenbringen ? — Die Sache ist schwer ; aber ist sie darum unmöglich ? — Wenn ich 
such
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.