Full text: C. Niebuhr's Reisen durch Syrien und Palästina, nach Cypern, und durch Kleinasien und die Türkey nach Deutschland und Dännemark (Bd. 3)

154 Reise von Constantinopel 
1767 - begab mich also gleich bey meiner Ankunft nach Pera , und ward auf das Februar . Freundschaftlichste aufgenommen . 
Reise von Constantinopel durch die Bulgarey , W'lachcy , Moldau , Polen und Deutschland nach 
Dännemark . 
^Sn keiner Stadt der ganzen Türkey ist es wegen der Einwohner so be« schwerlich und gefährlich einen Grundriß zu entwerfen , als zu Eon - ftantinopel . In andern Städten kann man sich nach Landesmanier kleiden , und man wird alsdann von dem Pöbel eben nicht bemerkt . In der stadt dagegen sollen die Europaer sich europaisch kleiden ; da sie alle zu Pera oder Galata wohnen , so haben sie in der Hauptstadt sehr wenige Geschäfte . Sie kommen höchstens nur in einige von den Hauptstraßen . Um einen Grund - riß entwerfen zu können , mußte ich alle Quartiere der Stadt besuchen , und in abgelegenen Gegenden , wo man nicht gewohnt ist Europaer zu sehen , wird man bisweilen von Weibern und Knaben verspottet , ja wohl gar schlimmer behandelt . c ) Weil ich bemerkte , daß ein Arzt sich türkisch kleidete , und nur 
durch 
* ) Einmal kam mir eine junge Dame mit einigen Sclavinnen entgegen , die Lust hatten mir meinen Hut abzunehmen . Ich merkte eS noch bey Zeiten , hielt meinen Hut fest und lief davon . Hätten die Weiber die erste Absicht erreicht , so würden sie viel - leicht noch mehr Gespött mit mir getrieben haben . Denn nach der Sitte der Türken soll man eine vorbeygehmde Frauensperson nicht einmal scharf ansehen , vielweniger mit ihr reden , oder sich gar in einen Scherz einlassen oder zanken . Zu Kähira sah ich einmal , daß ein altes Weib , die mit einem Menschen in einen Wortwechsel ge - rieth , ihn tüchtig mit ihrem Pantoffel schlug ; und alS ich ihm darüber nachher zu - redete , antwortete er ganz gelassen : e6 war ein Weib , was sollte ich mit ihr
	        

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