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wem ? vom Volk oder von der Oligarchie oder von einem Allein - Herrscher ? Ich bin demnach der Meinung : wie wir durch Einen Mann frei geworden sind , sollen wir daran festhalten , und überdies die väterlichen Gesetze , da sie gut sind , nicht auflösen ; denn das frommt nicht . "
Diese kurze Beurtheilung dreier hauptsächlicher Verschiedenhei - ten der Staatsverfassungen nimmt sich allerdings im Munde jener vornehmen Perser auffallend aus . Das innere Asien schien seit alter Zeit das Gebiet des naturwüchsigen Despotismus zu sein und denjenigen Hellenen , welche von jenen Alleinherrschaften auch schon vor dem Herodot einige Kenntniß hatten , mochte es wohl un - glaublich scheinen , wie Herodot angiebt , daß jene Reden gehalten seien . Denn in der That scheinen sie ganz und gar auf derjenigen Erfahrung zu beruhen , welche ein oberflächlicher Beobachter in Griechenland konnte gemacht haben , keinesweges aber mochte die Geschichte des inneren Asiens für jene Betrachtungen die Elemente haben bieten können . In Griechenland bestanden theils gleichzeitig , theils in schnellem Wechsel Demokratie , Oligarchie und Tyrannis , wie Dareios und Otanes die Monarchie nennen .
Die Unterscheidung der Staatsverfassungen in Monarchie , Oligarchie und Demokratie reicht aber in der Versassungs - gefchichte Griechenlands bei weitem nicht aus . Athen ging allmälig von der Monarchie durch die Oligarchie zur Demokratie über , aber erst sehr spät wurde die Demokratie vollständig durchgeführt und von allen oligarchifchen Elementen befreit , während in der s . g . oligarchischen Verfassung Sparta's neben den monarchischen Elemen - ten des Königthums die sehr demokratische Einrichtung des Epho - rat's schon sehr früh auftritt . Auf diese Mischung der Ele - mente der drei Verfassungen macht schon Aristoteles auf - merksam als auf die Bedingung einer guten Verfassung ; und wie schon dem Solon nach gerühmt wurde , daß er die Athenische

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