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Preisen wir uns glücklich , daß also weit die ReligionS - Veränderung hinter uns liegt , daß für unser Geschlecht und für unsre Nachkommen schon vor tausend Iahren der Kampf gekämpft ist , die Thränen geflossen sind , das Blut vergossen ist , womit fast überall das Christenthum ist bezahlt worden . Eben so wenig wollen vor unsern Richterstuhl wir diejenigen ziehn , welche um irdischer Vortheile willen damals das Christenthum angenom - men haben . Schweigen wir still davon . Giebt's ja in unsern Tagen noch Juden , die Christen werden , Christen , jawohl Christen , die Juden werden , werden wollen , " ) einer Heirath halber — so wie Renegaten von Christo zu Muhamed zehn , um bey den Türken ihr Glück zu machen . Schweigen wir still von den damaligen Beweggründen ! Wie Mancher unter uns ist ein Christ , und weiß nicht anders , als weil er von christlichen Eltern geboren ist und würde vielleicht für zehn Thaler zu einer andern Religion Übergehn , ein Heide werden , wenn ers könnte , und ohne sonst etwas aufzuopfern . Nein , wir wollen durch solche Borstel - lung uns nicht in der Festfreude stören lassen , vielmehr sie abweisen durch diese andre Vorstellung : Man hat
* ) Das Ministerium der geistl . Unterricht« - Angelegenhei - ten in Berlin , d . 8 . März I819 , an eine katholische Dienstmagd in Oberschlesien , an eine reformirte Ehe ? frau eines Juden , die beyde Jüdinnen werden wollten . Schuderofs Jahrb . 1819« Heft Z .

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