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thum doch immer und eine andere Religion , als die bis dahin galt , und selbst in ihrer damaligen Gestalt doch von viel besserer Gestalt . Zwar sagt ein ge - wisser Spruch : " Nicht der Altar , noch der bessere Gott , nur das heilige Feuer , welches das Opfer ent - stammt , adelt die Religion " " ) , zu verstehen die Ge - sinnung , mit welcher der Gottesdienst verrichtet wird . Aber da glühe das Herz , da brenne die Seele von Empfindung für ein Wesen , das nicht einmal Daseyn hat , und ermüde sich in dem Dienst mehrerer Götter : mögen wir den Götzendiener auch achten für solche Treu' und Andacht , so wird er doch zugleich ein Ge - genstand unseres Mitleidens und Bedauerns , wie seine falsche Religion ein Gegenstand unsers Abscheues seyn , darum , daß sie also den Menschen bethören kann . Denn , wo Wahrheit fehlet , was Gutes findet sich daselbst ! noch mehr , wo Wahrheit fehlet , o welche furchtbare Abwege stehn nicht daselbst offen ! So hat es sich denn auch ja gewiesen in sämmtlichen , sämmtlichen ab - göttischen Religionen . Keine der schlechtesten war die in unserm Norden , doch wurden in Leire , dem alten Wohnsitz nordischer Könige noch bis zur Einführung des Christenthums Menschenopfer gebracht . Nun , daß solche Gräuel nicht mehr Statt fanden , das lei - stete doch das damalige Christenthum . Wie es auch
* ) Brinktnann's Erdichte . Bd . 1 . Arabesken .

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