Full text: Denkschrift von dem Jubelfeste welches am ersten Pfingsttage 1826 in Dännemark Schleswig Holstein und Lauenburg wegen der daselbst vor tausend Jahren geschehenen Einführung des Christenthums gefeyert worden ist

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das erachtet man leicht . Zwar tröstete ein Himmel , man hatte ihrer zwev , aber der bessere war zunächst für die tapfern Männer , welche da , was auf Erden ihre Lust gewesen war , in noch viel größerer Lust fort» seHeten , sogar in Waffen - und in Fleischeslust . Also stand e« im Heidenthum . Und wenn gleich Einiges wirklich zu loben ist aus den Zeiten , wie denn ja Mancher seinen Mund von diesem Lobe sehr voll hat , was ist eS doch weiter , als daß man sagen muß : Siehe , bey solcher Religion noch so viel Gutes , wer sollte das denken ! 
Einige unter euch , lieben Kinder , haben Griechisches und Lateinisches gelesen und Geschichte gelernt . Nenne eine Tugend der Heiden , die vornämlich sich unter ihnen fand ? Zu der Tapferkeit noch eine . Zu der Vaterlandsliebe noch eine . Zu der Gastfreundschaft der alten Welt nenne du eine Tugend , die vernain» lich an den alten Deutschen gerühmt worden ist ? Ja , ihr Werthalten und ihre Keuschheit . Hütet euch indcß vor der klassischen Schlüpfrigkeit . Und weiter sag ich : Schätzt alles Edle und Große , wo ihr cS findet , in billiger Rücksicht auf den Boden , da es wächst , sonst aber , und vom Christenthum auS sehen , lernt die heidnischen Tugenden als glänzende Laster erkennen , dafür sie schon im christlichen Alter - thum erklärt sind , denn : WaS vom Fleisch geboren wird , daS ist Fleisch . Johannis im dritten .
	        
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