Full text: Jahrbuch denkwürdiger Naturereignisse in den Herzogthümern Schleswig und Holstein vom eilften bis zum neunzehnten Jahrhundert (1)

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1315 . 
Es regnete vom ersten May bis Ausgang beSJahr'S täglich , worauf eine rheure Zeit und unerhörtes Sterben einfiel , daß man glaubt , es fty der dritte Theil der Menschen gestorben . ( Sax . Eid . Chr . Heimr . p . 222 . Laß p . 21 . ) Viele Dörfer starben gar aus , und blieben lange Zeit unbewohnt . ( Heimr . 1 . c . ) 
Christian ! giebt uns ( 3 . p . 109 . ) von dem Elende dieser Zeit nach dem Contin . Alb . Stad . folgende Beschreibung : „ Damals war in Fran - ken , Flandern , in den Gegenden des Rheins — und Sachsen große Thcurung und Mangel an Lebensmitteln . Unendlich viele kamen vor Hun - ger um , und manche Dörfer wurden öde , weil die Leute entweder vor Hunger starben , oder auch ihre Habseligkeit verließen und aus dem Lande gingen . Eine außerordentlich große An , zahl zogen sich nach den Sächsischen und Wen , dischen Seeküsten , bettelten in Städten und Dörfern , und besonders zu Lübeck . Einige un» ter ihnen waren s , ausgehungert , daß sie hin - fielen , sobald sie Speise zu sich nahmen . In keiner von gedachten Gegenden war damals eine erträglichere Zeit , als im Lübeckischen , woselbst das Maaß Korn 6 Gulden kostete . In den angrenzenden Wendischen und Holsteinischen Lan - den war zu derselben Zeit der Preis des Ge , traides weit höher . In dieser Theurung , die vor t und nachher fast fünfzehn Jahre dauerte , — wie auch in den ansteckenden Seuchen , fanden viele Menschen ihren Untergang , und verarm - ten manche der reichsten und der Mächtigsten des Landes . " 
Was den täglichen Regen in dem gegenwar - tigen Jahre anbetrifft ; so erwähnt von den
	        
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