Full text: Jahrbuch denkwürdiger Naturereignisse in den Herzogthümern Schleswig und Holstein vom eilften bis zum neunzehnten Jahrhundert (1)

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kenen — denn es befanden sich damals viele ftemde Drescher und Arbeitöleute , von deren Anzahl man eben keine Gewisheit hat erhalten können , im Law de , — sechs tausend vier hundert und acht nen ; dagegen blieben zwey tausend sechs hundert und drey und dreyßig Personen am Leben . Im Ganzen verloren aber in unsern Marschländern , so viel man aus den gesammelten Berichren schließen kann , in dieser Fluth über fünfzehn tausend Mem scheu das Leben . 
4 . 
Nordstrands Schicksal nach der Fluch ±634 , Traurig war das Schicksal der aus den Fluthen geretteten Nordländer ! Viele , die Alles verloren hatten und keine Hülfe da , wo Elend und Noch Allgemein waren , zu finden hoffen konnten , ßen die Heimath und zogen in die Fremde , zum Theil nach Holland , wie Heimreich t> . 364 . sagt . Andere ließen sich auf dem , oft erwähnten , hohen Moore nieder . Kaueren aus den Resten und Trüm - mern der verlassenen Häuser sich elende Hütren , such , ten ihren Unterhalt durch Fischfang , Torfstechen und Schafzucht , auch machten sie nach und nach einiges Land urbar . Im Jahre 1656 erhielt diese kleine Kolonie auch eine Kirche und einen Prediger ; nach einigen Jahren war aber dieser Theil Nordstrands , indem nämlich daS Meer daS herumliegende Marsch , land abgespühlt hatte , zu einer Insel geworden , die euich noch existirt , und Nordsirandischmoor heißt . — Andere , deren Häuser erhalten worden waren , blieben viele Jahre durch in diesen woh , nen , halsen sich ans die kümmerlichste Weise durch , indem sie etwaS Sommerkorn säeren , einiges Vieh hielten : e . Da aber das Meer bey etwas hohen Fluchen freyen Ein - und Ausgang hatte ; so wurde 14
	        
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