Full text: Lubeckische Chronick/ Das ist/ Alle vornembste Geschicht vnd Hendel/ so sich in der Kayserlichen ReichsStadt Lubeck/ von zeit jhrer ersten erbawung zugetragen

Ganß / wie sein Nam in Böhmischer Sprach Heist / gebraten chatt der ge - rechte Gott solches zwar geschehen lassen / aber daneben seinem donner doch so viel kraft gegeben / daß derselbige tn vieler Böhmen vnd anderer Völcker hertzen eingeschlagen / vnd zim liehen Nachdruck / doch nit ohne Verfolgung / langet : Hatt es aber / bey gezeigter seiner gaben des angetragenen Evangelij / auf vndanckbahresAusschlagen / biß vfein andere zeit vnd nachtruck / mit ewigem schade» ! ohnzchliger seelen / bewenden lassen . 
Inmtttels aber hatt Cr / Zu einer bequemlichen gelegenheitWeg vnd Baanbereitet / vndder gantzmWelt ein ohnerhörte Gaben geschenckt / nem - lich die Edleste Kunst aller Künsten / die Bnchdruckerey / aus der damals noch des H . Reichs vornemen vnd genandten Güldenstadt Meintz / durch einen vorne»mn Bürger daselbst / Iohan Faust genandt / welcher in Anno 14 - 5° . solche Kunst an tag gebracht / vnd durch hilffpetri Schckffers von Gerns - heim ( lerici , seines Dienere / hernach Tochtermans / dermassen verbessert / daß sich jedermtlnlich / vorab die Wahlen vnd Frantzosm / nit genug darüber verwundem können / vndaus vergunst / mit laugen vnd kratzbürsten solche Schrifften auszukratzen vnd zu vernichtigen / vnd verruft zu machen / aber vergebens / widerstanden . Die doch hernach / alsMeintz von dem Reich in Anno i46 2 . vnd also vmb diese vortrcfliche gaben / die sie allein vor sich halten können vnd mögen / mt ohne sonderliche schickungGottes / kcmen / vnd dahero die Burgerschaft ausgesagt vnd zerstört / vnd also auch der Druckerey Diener ansgetrieben / vnd anderswohin sich zubegeben verursacht worden / perselbigen am meisten gebrauchet vnd ihren nutzen dam : t geschaft habm . 
Es hat auch der allein weise Gott / durch wunderbarliche einbildung / den die Newe Welt vnd Indien entdecket / vnd daraus einen vn - 
zchliqen schätz an golt / edelsteinen / vnd köstlichen würtzenvndwahren / zuge - schicket / vnd damit zu verstehen gegeben / Was er noch vor ein grössern schätz habe / den er dcrShristenhcitvndgantzen Welt zu schencken / vnd nit allein in die längstbekandte drey alte / sondern zwey andere newe theil derselben / mltzutheilm vnd auszugeben / kürtzlichen Vorhabens : dazu er Datin obge - dachte edelste Kunst der Druckerei ) zu gebrauchen gewillet fty . 
Dann als die zeit herbey kommen / welche er durch obangedeuten Leh - rer Hussen verkündigm lassen / lautend / Daß nemblich mann , tzo zwar ein Hup oder Ganß briete / Aber vber hundert fahr / den Schwan / welcher tn Bosnischer zungen Luther Heist / vnd alsdann konimen vnd singen werde / nicht werde braten können : hatt Er einen rechten muthlgen iXl^i cinu m vnd t^pfemHeldm ( Wiedann sein ) eahmiVlarrinuz , a Vigrce . mit sich bringt / pnd mit dem Zunamen Luther gekrönet worden ) von Eißleben in Meissm bürtlg / m der Grafschafft Manefeld / welches wort Hieroglyphisch ist / er - wecket . Der hat Gottes willen trewlich verrichtet / vnd tn seinem ott lieblich zu singen angefangen . Welchem alle Leut vnd Jungen / Berg vnd Thal / Staub vnd Wasser zuförderst / begierlich zugehört / vnd gern seine tröstliche vnd inGöttlicher Schlifft Alten vnd Newen Testaments fundirte lehr vnd fröliche Bottschafft ( Evangelium ) angenommen . Drüber abermals das geistliche Babylon heftig erzürnet / vnd diesen Schwan auch gern sieden oder braten vnd hinrichten wollen . Weift * aber derselbige nit in dem weichen Bauch des Europäischen Bildes / sondern der Seiten vnd Rieben oder Len - 
den
	        

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