Full text: Commentar zu den patriotischen Rügen eines Holsteiners über das Post- und Poststraßen-Wesen in Holstein

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Bauer , den ich einmal in einem Dorfe nach dem besten Wege fragte , gab mir den naiven Bescheid , daß ich den Feldweg einschlagen solle , der neben der Chaussee hinlaufe , nicht aber auf dieser fahren müsse , wenn ich nicht umwerfen wolle . Gewiß , ein recht sarkastisches Epigramm auf diese sogenannten Kunststraßen in unserem Holstein , wo denn , nach alle dem bisher Gesagten , lei - der kein Reisender mit dem unvergeßlichen THümmel singen kann : 
»Wer sagt mir doch , was in dem Schalle Des Posthorns für ein Zauber liegt ! - 
Es ist in der That kaum glaublich , bis zu welchem Grade der mit einer guten Organisation der Posten so engverbundene Straßenbau in Holstein von der Regierung vernachlässigt wird . Wahrend in so vielen andern Län - dem die zahlreichsten und trefflichsten Chausseen auf Ko - sten der Regierung gebaut werden , wird hier diese Sorge lediglich dem armen , ohnehin schon mit Abgaben und La - sten aller Art beschwerten Landmanne überlassen . Eine Aufgabe , die alle seine Kräfte und Mittel weit übersteigt , und daher auch so gut wie völlig ungeleistet bleibt . Ob - schon wir einen Ober - Land - Weg - Inspektor haben , der unser Land in allen Richtungen durchreisen soll , und durch dessen thätige und einsichtsvolle Anordnungen ein Theil unserer Poststraßen allerdings erträglicher geworden ist , so wird diesem Uebel des Versinkens , Umwerfens und Hals - und Beinbrechens der Postreisenden doch noch bei weitem nicht abgeholfen , und namentlich zeichnen sich das sogenannte Freudenholmer Redder , das Clamper Redder , der Weg , welcher durch das Amt Ahrensbroeck , auf der Poststraße von Plön nach Lübeck führt , am mei - sten durch ihre gränzenlose Schlechtigkeit aus ; und man begreift nicht , warum gerade diese Wege , welche doch Hauptpoststraßen sind , unbeachtet bleiben .
	        

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