Full text: Commentar zu den patriotischen Rügen eines Holsteiners über das Post- und Poststraßen-Wesen in Holstein

dagegen die treffliche Einrichtung der Eilpostcn im ßischen und in dem übrigen Deutschland , nach dem langst hierin vorgeleuchteten Beispiel der englischen und franzö - fischen Diligencen , daß der mit ihnen Reisende weder dem Postillon noch auch dem Wagen - und Schirrmeister nur einen Heller Trinkgeld zu geben verbunden ist ! 
Einer andern Prellerei werden die Ertrapost - Reifen - den bei uns auch noch dadurch unterworfen , daß man sie gewöhnlich eine größere Pferdezahl als erforderlich wäre , zu nehmen nöthigt . In der Regel wird die Anzahl der Pferde nach der Anzahl der Personen bestimmt , ohne die mindeste Rücksicht darauf , ob die Leibesbefchaffenheit der Reisenden der von einem Shakfpear'schen Falstaff , oder dürren Windhunden , und ihre Wagen leichten gen , oder schw^rbepackten Frachtwagen gleichen . Im gan - zen südlichen Deutschland weiß man von solchen Verkehrt - heiten nichts ; es ist lediglich die Wage der Billigkeit und die Rücksicht auf die ganze Schwere einer Ertrapost an Passagieren und Gepäck , wonach hier die Postbehörden die Zahl der Pferde bestimmen . Bei einem Gewicht aber , für welches man , selbst in den Tyroler Gebirgen , nur drei Pferde zu nehmen hat , muß man sich in unserm flachen Holstein gewiß fünfe vorhangen lassen . Selbst in dem theuern England ist , bei den dortigen herrlichen Kunststra - ßen , Postwagen und Pferden , dieses Reisen noch beträcht - lich wohlfeiler , als hier mit den elenden Fuhrwerken und auf den halsbrechenden Wegen ; daher auch die Fußreisen in England noch jetzt eben so selten sind , als zur Zeit der bekannten Wanderungen des geistvollen Moritz in Der - byshire , der osters , wenn er Abends in einem Dorfe , oder einer kleinen Stadt ankam , sich von den Einwohnern , die vor der Hausthüre saßen , ein mitleidiges Go . l almighty ! nachrufen hören mußte . 
Ueberhaupt wird bei uns auf die Beobachtung
	        

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