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Die Holsteinische Briefpost .
Äöas zuvörderst den Zustand unseres Briespost - Wesens betrifft , so ist derselbe , hinsichtlich . der beiden Hauptbedin - gungen , die ich zu einer wohle«gerichteten Anstalt die - ser Art bereits angegeben habe , nämlich der wohlseilen und schnellen Förderung der Briese , noch immer unver - antwortlich fehlerhaft .
Die Wohlfeilheit betreffend , so treibt noch immer ein heilloser Finanzgeist damit Nothzucht . Was , seinem Ursprünge nach , nur der Beförderung allgemeiner geistiger und körperlicher Wohlfahrt gewidmet sein sollte , das ist hier die Beute eines wirklich barbarischen Wuchers gewor - den ! Und zwar in Beziehung auf das Postwesen in unserm Holstein überhaupt , und somit auch hinsichtlich des Briefpostwesens !
Der Gebrauch der Post , sowohl der Brief - als der Fracht - und Perfonen - Post , gehört , wie wir bereits gesehen haben , bei dem jetzigen Stande der Dinge , zu den unentbehrlichen Erfordernissen des geistigen , merkantilen und persönlichen , ja selbst sittlichen Verkehrs aller Staats - bürger , zu den ersten Bedürfnissen des Lebens derselben .
Es ist aber eine der vornehmsten Grundwahrheiten der Staatswirthschast und Regierungskunss , daß die ersten Lebensbedürfnisse möglichst wohlfeil für Jeden feyn müs - sen , weil sie die notwendige Bedingung des Daseyns und jeder Art von Cultur des einzelnen Menschen wie des Staa - tes selbst sind . Kein hellsehender Staatsmann , kein auf - geklärter und kenntnißvoller Lehrer der Staatsökonomie , der nicht von dieser Wahrheit überzeugt wäre .

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