V o r b e r i ch t .
chon seit vier Iahren hat mich die Idee beschäftiget Wahrheiten , welche auf der vorliegenden Tafel ent« halten sind , unter das Volk zu bringen , d . h . unter diejenigen , deren Belehrung und Erziehung bisher als Nebensachen getrieben worden sind und noch immer getrieben werden , wenn nicht gute Schulen das in der Familie Versäumte einigermaßen wieder ersetzen . Daß ich bisher nicht mit meiner kleinen Arbeit , die ich bei der mir anvertrauten Jugend schon mit Nutzen gebrauchte , hervortrat , war die Folge einer vielleicht unzeitigen Furcht vor Ungerechtigkeit und Unbilligkeit der Beurtheilung , welche ich doch wünschte . Jetzt aber glaube ich überzeugt zu sein in der Bekanntmachung dieses Versuchs nicht etwas ganz Überflüssiges und , bei dem gehörigen Gebrauch , nicht etwas ganz Unnützes zu thun ; und die Zeit mag es lehren , wie weit ich Recht habe .
Was aber den Gebrauch selbst betrifft , so will ich zwar nicht dem sachverstandigen Schulmann oder Hausvater ( denn dieser sollte nicht das Geschäft des Lehrers seiner Familie ganz von der Hand weisen ) Ge< setze vorschreiben ; allein ich glaube doch sagen zu müssen , wie ich mir für die Lernenden von meiner Arbeit Nutzen verspreche . Man leime nemlich die ganze Tafel zusammen , hange sie in der Schulstube oder im Fa« milienzimmer auf , damit sie immer vor Augen sei und die Lehrlinge von Tage zu Tage vertrauter mit ihr werden . Man gehe sie sorgfältig doch ohne zu erweitern durch , damit der Text erst verstandlich werde - , ist dieses geschehen , so erweitere man , so viel es die Vorkenntnisse zulassen , einzelne Punkte , wozu ich durch Parenthesen habe Winke geben wollen . Während dieses Unterrichts , den man nicht eben zu einer festgesetz - ten Lektion zu machen braucht , beenge man das Auge nicht auf dieses Papier , sondern führe seine kleinen Freunde hinaus und gewöhne sie den Blick zu erweitern und mit der Phantasie das Ganze zu umfassen , ( man mache z . E . darauf aufmerksam , daß oben , unten , rechts , links , vorne , hinten u . d . gl . nur Beziehungen ausdrücken , welche bei der Betrachtung des Weltalls wegfallen , wie , wenn vom Scheitel - und Fußpunkt die Rede ist . ) wozu der Plan und die Anlage , meiner Absicht nach , das Ihrige beitragen . Daß die Wahrheiten den Lehrer selbst interessiren müssen , versteht sich bei jedem Unterricht und insonderheit hier von selbst . Der größte Mißbrauch aber würde es sein , wenn man den Lernenden diese Tafel zum Ausw - n , diglernen der Zahlen in die Hand geben wollte ; man rechne vielmehr , so weit die Umstände es erlauben , alles nach . — Ich darf doch wol nicht erst erinnern , daß . man nicht mit dieser Tafel das 6 bis ivjahrige Kind quälen soll ?
In meinem ersten Manuscript hatte ich mit wenigen Worten auch der . verschiedenen Meinungen von unserm Sonnensystem erwähnt . Ich habe sie mit Beibehaltung der Figuren , deren Erklärung nunmehr dem Lehrer überlassen bleibt , weggelassen ; nicht , weil ich sie für unnütz hielt , — denn welchem Sachkundi - gen wird es nicht beifallen , wie vieles auch hierbei kann erlernt werden , — sondern weil ich den Eindruck des Schlusses , in welchem ich die Haupttendenz dieser Arbeit angegeben habe , nicht mindern wollte .
Endlich würde ich mich noch gegen den Schein , daß ich einem bekannten Schulfreunde , mit welchem von Kindheit auf in freundschaftlicher Beziehung zu stehen ich das Glück habe , nachtrete , vertheidigen ; aber wozu eine solche Verteidigung , da es ja doch auch keine Sünde ist , von einem andern zu lernen , wie man im Reiche Gottes bauen soll , um gut zu bauen . Diese Worte für den etwanigen Recensenten , der mich nicht kennte , dessen strengste , wenn nur freundliche und gründliche Beurtheilung ich mir ausdrücklich erbitten möchte , da die Vollkommenheit meiner Arbeit mir sehr am Herzen liegt . — Sollte ich Anfmunterung finden , so werde ich gerne mehr von meinen Arbeiten hervortreten lassen ; wenn nicht , so bin ich auch mit einem engen Wirkungskreise zufrieden .
Geschrieben , Sonderburg im August 1808 .
Chr . Larsen .

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