Full text: Ueber den Rhythmus in den Lebenserscheinungen

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Wille , der Verstand vor ; beim Weibe , die Phantasie . Das Leben des Magens , welches in der Digestion besteht , scheint um 12 Uhr Mittags seinen natürlichen tionspunkt erreicht zu haben ; Nachts ist die Verdauung schwächer ; doch die Reizbarkeit des Magens scheint mir Morgens am stärksten zu seyn . Diese beiden schiedenen Kräfte des Magens mögen einige Physiologen mit einander verwechselt , und defshalb angenommen haben , dafs er des Morgens am kräftigsten sey . 
Alles Zeugen ist nächtlich ; es ist ein Eingehn des Individuums in das All , es ist ein Verschmelzen selben zur Gattung . Jede Zeugung ist gleichsam ein augenblicklicher Tod des Zeugenden , ein sich verlieren in die Zeugung , so wie die Geburt ebenfalls ein Tod ist , WO sich das neue Leben vom alten scheidet0 ) . Coitus und Conception , sind defshalb gröfstentheils nächtliche Erscheinungen ; die Geburten fallen häufiger zur Nacht - als zur Tageszeit ; unter 200 Geburten fielen 116 Nachts , 84 am Tage * * ) . Es verdient diesem Ver - hältnifs eine gröfsere Aufmerksamkeit gewidmet zu werden , als bis jetzt geschehen ist . Die Wehen werden zur Nachtzeit stärker000 ) . Gröfsere Fruchtbarkeit kürzt die Lebensdauer des Individuums ; wir sehen dies besonders an Thieren sich offenbaren ; das Huhn lebt 10 Jahr ; die Taube 50 Jahr ; die Ziege erreicht kein so hohes Alter als das Schaaf ; das Leben der Nagethiere ist kurz ; der Elephant , Löwe , Bär erreichen 
* ) S . Lebcnhcini a . a . O . 
• * ) S . Carus Gynäkologie . 2ter Theil . S . 92 . 
* * * ) S . dessen oben angeführte Schrift . Kirkland Untersuchung 'über den jetzigen Stand dor Medic , u . Chirurgie . Leip» . 1785 .
	        

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