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Bei den Thieren zeigt sich dieses Eingehen in eine niedere Lebensform , von der untersten Klasse bis zur Höchsten , da bei den Säugethieren , die Nager , die sich durch die unvollkommne Ausbildung der Lunge , so wie durch die venose Beschaffenheit des Arterienbluts , als die niedrigste Ordnung unter denselben zeigen , auch diesen Winterschlaf haben . Die Insectenwelt , die sich nach Steffens den Pflanzen gegenüber bildet , stellt wie diese äuiserlich , so thierisch innerlich , die Jahreszeit dar , und der Sommer ist für sie , Wachen , der Winter , Schlaf . Es giebt keine Gattung von Amphibien , welche nicht unter geeigneten Umständen Winterschlaf hielten ; Frösche , Kröten , Eidechsen , Schlangen , Schildkröten schlafen bei uns ; selbst in Afrika halten Krokodill und Chamäleon Winterschlaf . Dafs der Winterschlaf nicht von blofser Kälte herrühre , sondern einen tieferen , neren Grund habe , beweifst das , dafs die Winterschläfer von starker Kälte aufwachen , so wie auch bei bien , die in den Zimmern gehalten werden , sich eine Schläfrigkeit zeigt . Der Winterschlaf tritt schon bei warmer Herbstwitterung ein , und Humbold erzählt von einem Sommerschlaf , der mehrere Monate dauert ; dies berichtet er von der Boa , und bestätigt das Faktum von Krokodillen , die in Aegypten schon bei 13° Wärme schlafen . Der Tanrecs wird in der wärmsten Jahreszeit im Winterschlaf getroffen . Unter den Nagern halten Hierax capensis und Pede tes cafer , die am Vorgebirge der guten Hoffnung leben , einen Winterschlaf . Stärker äufsert sich das Jahresleiden bei talpa , sciurus , spalax , sorex , merio . Den höchsten Grad des Winterschlafs finden wir bei aretomys , cricetus , myoxus , ericacius , vespertilio , sorex ; auch die Fledermaus schläft bei uns im Winter * ) *
S . Lob^nheim a . ä . O .