Full text: Ueber den Rhythmus in den Lebenserscheinungen

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kann uns defsbalb nicht unwahrscheinlich und haft erscheinen , ja es mufs uns freudig überraschen , wenn wir diese beiden Formen ineinander übergehen sehen , und unsere Meinung von der Homologie dieser beiden so verschieden scheinender Lebenserscheinnngen noch mehr bestätigen . Dieser Uebergang der Form zeigt sich nämlich bei den Schwalben ; die Schwalben senken sich im Winter in Moräste , leben ohne Nahrung fort , sie erwachen aus ihrer Erstarrung , wenn man sie am Feuer erwärmt ; diejenigen welche zu spät im Herbste ausgebrütet , und vor dem Winter keine gewachsene Flügel haben , oder durch Zufall und heit von der Auswanderung zurückgehalten werden , trifft man sehr oft in Felsenhöhlen an der Seeküste , oder 
im Wasser in erstarrtem Zustande . Aristoteles sagt von den Schwalben , „ des Winters gehen sie in warme Climate , wenn sie nicht sehr weit entlegen ; ist dies aber der Fall , so begraben sie sich in den Climaten selbst , wo sie wohnen . " v ) Wenn man auch einem so genauen Beobachter wie Aristoteles und auch anderen welche dasselbe behaupten , keinen Glauben beimessen wollte , so würden wir uns schon aus dem angegebenen Grunde zu dieser Meinung hinneigen , am wenigsten aber diesen Uebergang , als einen Sprung in der Natur ansehen . 
Die circulatorische Bewegung sehen wir also in dem Thierleben sich als Winterschlaf verwirklichen ; bei den Pflanzen haben wir diese Leidensseite so tief in ihr Leben eingreifen sehen , dafs die meisten beim Eintritt ihr Leben einbiifsten , defshalb wir auch von ihnen behaupten , dafs sie nur ein jähriges Leben führen . 
* ) S . KretscliniAr a . a . O . pag . iSt\ .
	        

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