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Das Leben der Pflanzen überhaupt , ist blos ein jähriges ; blos die Bäume machen davon eine scheinbare Ausnahme . Dieses jährige Leben gehet in seiner Entwickelung mit dem der Erde analog , und scheint bei einer lichen Betrachtung ihnen ganz untergeordnet zu seyn . Doch die Selbstständigkeit dieser Lebenserscheinungen zeigt sich so mannichfach , dafs der innere Grund selben deutlich daraus hervorleuchtet . Viele Saamen - körner , besonders der lilienartigen Gewächse des Caps , die an ihrem Geburtsort zur Reife gelangt , und in eine andere Zone gebracht werden , kommen hier zur lichen Zeit , avo sie in ihrem Vaterlande aufgegangen , auf . Die peruvianischen Pflanzen blühen bei uns ini Winter , der mit dem Sommer in Peru gleichzeitig . Viele fremde nach Europa versetzte Bäume , verlieren ihre Blätter nicht im Herbst , sondern in der Jahreszeit , die mit dem Herbste ihres Landes übereinkömmt .
Eben so verhalten sich die von Europa nach dem Vorgebirge der guten Hoffnung gebrachten Pflanzen . Dasselbe findet beim Ausschlagen der Knospen statt . * )
Eben so zeigt der tägliche Rhythmus in den Pflanzen , welcher sich besonders durch den Pflanzenschlaf spricht , einen gewissen Grad von Unabhängigkeit von äufsern Einflüssen ; dieser Schlaf ist nicht von der gehenden oder untergehenden Sonne abzuleiten . Die tropischen Pflanzen schliefsen bei uns ihre Blumen am Tage , oder was dasselbe ist , schlafen am Tage ; die Aequinoctialpflanzen haben eine bestimmte Zeit im Tage , in welcher sie ihre Blumen öffnen und schliefsen , so dafs man darnach eine Blumenuhr verfertigen kann .
* ) S . Trevi ran us A . a . O . 3ur Theil pag . 579 -
* * ) S . Iii n né phiI . botan , pag .
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