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Aufgabe unserer Zeit , den Staat in seiner Gesammtheit als lebendiges sittliches Gemeinwesen aufzufassen , und durch allgemeine Volks - und Landes - Repräsentation ver - fassungsmaßig darzustellen , war jenem Zeitalter noch fremd . Derselbe schroffe Particularismus , auf dem die standisch - corporative Repräsentation des Landtages , ih - rem Wesen und ihrer Zusammensetzung nach , beruhte , und der eine neue Contribution auf beschwerlichem Wege von jedem Amte für sich bewilligen ließ , war es , wel - cher die Absonderung der einzelnen Landschaften von Mr gemeinen schleswig - holsteinischen Landschaft conservirte . Diese bauerlichen Landschaften bestanden durch ihre Re - Präsentation so neben der Standeversammlung als we - sentlich gleichberechtigte , coordinirte Körperschaften . Rur aus einem höheren , über den Gesichtskreis jenes Zeit - alters hinausgehenden rechtspolitischen Standpunkte würde sich die gesammte treffliche Berechtigung und vielfach zerstückelte Repräsentation unsers Landes , aus einem bunten ( Konglomerat , in einen einfachen , lebendi - gen , gemeinsinnig beseelten Staatsorganismus haben umschaffen lassen . Am Gottorser Hofe ist es freilich um die Mitte des siebzehnten Jahrhunderts , als man , im Streit mit dem königlichen Hause , damit umging , ^e gemeinschaftliche Regierung aufzuheben , mehr als einmal in Anrege gekommen , die Landschaften ( »die Marschländer« , wozu , nach der Landesmatrikel , auch Feh - ^lern gehört ) an der Ständeversammlung Theil neh - ^en zu lassen . Aber aus welchen Beweggründen ? Le - ^glich , weil man auf diesem Wege die Kraft des , seine Rechte und Privilegien hartnäckig vertheidigenden Adels
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