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sucht , der höchsten politischen Unmündigkeit und Unfä - higkeit der Bürger war ; weil die Hofpublicisten aller Orten , oft mit der Weisheit des Aristoteles , von dem sie ganz andere Dinge hörten , als er wirklich sagt , die Notwendigkeit und den Segen verfassungsloser Staats - einheit lehrten und lobten ; weil das Volk für eine Ein - richtung , welche es als ein bloßes Adelsinstitut betrach - kete , und seiner damaligen Gestaltung nach betrachten wußte , keinen Sinn und kein Mitgefühl hatte . Es starb im achtzehnten Jahrhundert nicht bloß der poli - tische , sondern auch der kirchliche Gemeinsinn allmalig hin . Die eintretende Dürre , in den geistigen Boden des Vaterlandes immer tiefer dringend , die zartesten Blüthen und edelsten Keime zerstörend , konnte durch eine Fluth von Verordnungen und Verfügungen nicht gehoben werden . Zahllose Verordnungen konnten oft keine Ordnung , kein Recht schaffen ; dieses wurde sehr gelehrt , zugleich aber auch sehr verkehrt ; es tauchte in wässeriger romanisirender Praxis unter ; ein eigenes volks - mäßiges Organ der Rechtsbildung durch Gesetze fehlte . Besonders nachtheilig wirkte die verkehrte Uebertragung römischer Bestimmungen und Verhältnisse , zum großen Theil durch Nichtachtung und Unkunde der auf Sitte und Herkommen beruhenden vaterländischen Rechtsinsti - tute veranlaßt , auf die bäuerlichen Zustände und Ein - Achtungen ; unserm Bauernstande ist , durch unpassende Anwendung jenes vermeintlich höchsten Rechts , sehr oft das höchste Unrecht geschehen . Daß die Ritterschaft einstweilen als Universalerbe , als Bewahrerin der Frei - heiten und Gerechtsame des Landes sich ansehen , konnte ,

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