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ritterschaftlicher und nichtrecipirter Gutsbesitzer ein ; nur ! die ritterschaftlichen erschienen auf dem Landtage . Die j Verfassung war im Begriff , oligarchisch zu werden ; oben standen wenige Hochberechtigte , unten sehr viele ■ Unberechtigte .
Als im I . 1675 ein Landtag gehalten wurde , waren die Städte nach hergebrachter Weise und altem Recht convocirt ; daß sie zum letzten Mal gerufen wor - den , konnte ihnen nicht einfallen . Mehrere Jahrzehende lang konnte darauf eine Ständeversammlung nicht be - werkstelligt werden , indem sie durch die unseligen Zwi - stigkeiten der Landesherren und manche andere traurige Verhältnisse verhindert ward . Erst 1711 kam freilich wieder ein Landtag zu Stande , zu welchem aber die Städte nicht entboten wurden , lediglich weil die Lan - desherren dies ihrem Interesse angemessen fanden . Die Ritterschaft stellte freimüthig vor , daß ohne die stadti - schen Deputirten kein vollkommener Landtag gehalten werden könne , und bat dringend , aber vergeblich , daß diese ihre unzertrennlichen Mitstande und Mitgenossen zur gemeinsamen Vertretung der gemeinschaftlichen Rechte zugelassen werden möchten . So wurde der letzte , im Jahre 1712 geschlossene , unvollständige Landtag ten . Das Corps der Prälaten und Ritterschaft blieb allein übrig , als urkundlich anerkannte lanvstandische Körperschaft einsam dastehend , gleich einem hochragen - den Thurm von dem alten gothischen Gebäude unsrer vorzeitigen Landesverfassung . Die Wirksamkeit der Ver - fassung ging ruhig zu Grabe , unbetrauert und unbe - klagt , weil es eine Zeit der Erschlaffung und Schlaft

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