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Nothwendigkeit einer Besteuerung des Landes anerkannt hatte , wurde die bewilligte Abgabe auch in den Aem - tern ausgeschrieben , ohne daß man vorher , wie es ehe - dem herkömmliches Recht gewesen war , die Bevollmach - tigten der Amtseinwohnerschaft zur Beratschlagung und Entschließung zusammen berief . Eichhorn , der gelehrte Forscher deutscher Verfassungsgeschichte , sagt in dieser Beziehung von den deutschen Landstanden überhaupt 22 , : »Als in der Folge eine regelmäßige Steuerverfassung eingeführt wurde , hatte freilich , in einem Falle , wo die Nothwendigkeit einer Steuer von den Standen als Lan - desrepräsentanten anerkannt worden war , dies die Folge , daß sie von allen Landeseinsassen entrichtet wer - den mußte , weil Niemand das Daseyn einer gemeinen Landeslast bestreiten konnte ; aber ein Verwilligungs - recht für Andere kann man ihnen deswegen so we - nig zuschreiben , als man es dem Richter zuschreiben könnte , welcher zwischen Standen und Landesherrn zu Recht erkennt , daß ein Fall wirklich vorhanden sey , für welchen sich jene im voraus schuldig erklart ha - den , Steuern zu geben . « So entstand auch bei uns das besondre Verhältnis daß vorzüglich die , wenigstens zum Theil , steuerfreie Classe die Steuern verwilligte für die eigentlich Steuerpflichtigen , und zwar erst in einem Zeitraum , wo die landständische Versammlung auf mehr - fache Weife schon sehr zusammengeschrumpft war . Mit der Kirchenreformation fiel in der ersten Halste des sechzehnten Jahrhunderts der ganze Pralatenstand weg ,
22 ) Eichhorn s deutsche Staats - und Rechtsgesch . III . S . 226 .

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