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war , daß die Landesherrschaft wahrend der Zeit der Verpfandung auf alle Beden verzichte .
In der Regel bewilligte also in dieser Zeitperiode der Landtag nicht die Steuern aus den Aemtern . Konn - ten die Eingesessenen denn etwa nach Belieben vom Regenten beschatzt werden ? Niemand wird diese Frage zu bejahen geneigt seyn , der tiefere Einsicht in unsere Landesgeschichte , in die alten und neueren Zustande unsrer landbauenden Bevölkerung besitzt . Die Frage wäre vielmehr entschieden zu verneinen , auch wenn wir nicht directe urkundliche Beweise für die Verneinung beizubringen im Stande waren . Man erwäge nur , was wir oben über die öffentliche Stellung unsers Bauernstandes bis zu den Zeiten Christians des Er - sten hin , dargelegt und angedeutet haben , in welchem Maaße der volle Freiheitszustand unsers der Gutsherr - schast nicht unterworfenen Landvolks sich erhalten hatte ; man bedenke , daß in unsern Aemtern die Bauern all - zeit freie Erbeigenthümer geblieben sind . Zum voll - standigen Begriff des wahren Grundeigenthums gehörte aber , nach den festen Rechtsansichten unsrer Borfahren , wesentlich dies , daß es nicht ohne mittelbare oder un - mittelbare Zustimmung des Inhabers durch Auflagen verringert werden konnte und durfte . Die rechtlichen Verhaltnisse und Zustände des bäuerlichen Grundeigen - thums reden bei uns schon an sich dafür , daß die bauer - lichen Gemeinden der Aemter bis in die neue Zeit hinein in der Ausübung eigener Steuerbewilligung geblieben seyn müssen . Zum Glück fehlt es aber auch nicht an speciellen urkundlichen Beweisen und Belegen für diese

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