Full text: Ueber die vormalige Landesvertretung in Schleswig-Holstein, mit besonderer Rücksicht auf die Aemter und Landschaften. Eine historisch-publicistische Erörterung vonDr. A. L. J. Michelsen, Professor an der Universität zu Kiel. Mit Urkunden

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der Gesellschaft hervorging , und den Bedürfnissen der Zeit entsprach . 
Die deutschen Landstände waren eine Vereinigung mehrerer Classen der Landeseinwohner , welche , bisher einzeln oder in getrennten Genossenschaften dem Landes - Herrn gegenüber stehend , nunmehr als Corporation sich darstellten , und als solche gemeinsam tagten und ver - handelten . Die Verbindung und Vereinigung der ver - schiedenen Classen bezeichnet also den Anfangspunkt der eigentlichen landständischen Verfassung . Die Verstimm - [ lung und Einigung der Landstande stellte eine Landes - gemeinde , eine gemeine Landschaft dar , durch welche das vielleicht unter mehreren Landesherren getheilte Terri - torium seinen politischen und staatsrechtlichen Zusam - menhang behauptete . Sie erwarben , als Corporation , eigene urkundliche Rechte , welche der Natur der Sache nach zum großen Theil nicht Standesprivilegien , son - dern wirkliche Verbriefungen der Volksrechte und Lan - desfreiheiten seyn mußten ; obgleich die landständische Gemeinde zunächst für das eigene , nicht für das meine Wohl sich gestaltet hatte , und diesen Charakter bis an ihr Ende nicht verleugnete . Sie bestand , her - vorgerufen durch den corporativen Trieb des Mittelal - ters , aus bevorrechteten Classen des ganzen Volks , de - ren besonderes Interesse vielfach mit dem allgemeinen unzertrennlich verbunden war , daher sie das Land mit - telbar vertrat . Mein sie konnte , eben ihrer natürlichen Stellung und Bestimmung nach , nur eine mittelbare , beschränkte und unvollkommene Landesvertretung gewäh - ren . Ihre directe Aufgabe war Sorge für besondere
	        

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