Full text: Ueber die vormalige Landesvertretung in Schleswig-Holstein, mit besonderer Rücksicht auf die Aemter und Landschaften. Eine historisch-publicistische Erörterung vonDr. A. L. J. Michelsen, Professor an der Universität zu Kiel. Mit Urkunden

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Manner beschränkt und unkundig über Verfassung und verfassungsmäßige Einrichtungen sich auslassen , wah - rend oft ein schlichter Landmann , der in communaler Wirksamkeit gelebt hat , durch Gesinnung und Einsicht in dieser Beziehung unendlich viel höher steht . Wie sollte also der aufgeklarte und aufrichtige Baterlands - freund nicht sehnlich wünschen , daß auch unser Land bald als ein lebensvoller Verband selbstkräftiger Ge - meinden , als eine zweck - und zeitgemäß eingerichtete Landesgemeinde , als wohlberechtigte Volksgenossenschaft sich darstellen möge ? Das Bedürfniß der Gegenwart , auch abgesehen von allen Verbriefungen des Mittelal - ters , das Bedürfniß des Fortschreitens auf dem Wege der Cultur ist es , was uns schon diesen Wunsch ein - flößen muß . Was dem Lande Roth thut , geht her - vor aus dem , was es ist ; was es ist , aus dem , was es war . Daher der Geschichte , der Zeugin der Ver - gangenheit , der Lehrerin der Gegenwart , auf diesem Gebiete ihre Ehre und Bedeutsamkeit ! 
Die Holsteiner , zu dem durch seine Freiheit be - rühmten Sachsenstamme gehörend , lebten zu Anfange der historischen Zeit in unabhängigen Volksgemeinden . Sämmtliche Grundeigenthümer des Gaues vereinigten sich an altherkömmlicher Statte zur Berathung und Beschließung über ihre allgemeinen Angelegenheiten . Die Gauversammlung war der Mittelpunkt aller össent - lichen Geschäfte : sie übte die gesetzgebende Gewalt aus , in ihr wurden die wichtigsten Rechtsgeschäfte abgemacht und Rechtsstreitigkeiten entschieden . Mitglied und Ge - nosse solcher Versammlung und Gemeinde zu seyn ,
	        

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