Um ihr Jklckdenkeu zu schärfen , ihre Andacht zn beleben , ihre Dallkbarbeit zn «nfe siomme» , — was Dient dazu mehr a ! s dasZlndenke» , daß sie der Gnade nicht wehrt sind , die ihnen heul« wiederfährt ? Um ihre Neu« ernstlich zu machen , ihr Verlangen „ ach Gvltes Gnade 4« erwecken , zu stärken , was ist wirksamer dazu als die Vorstellung , daß sie schon manches Unrecht »haken , manches Gut« versäumten ? Um ihre Gelübd« r«d ! ich abzulegen , ihre Vorsätze zu befestige» , was könnte mau ihnen nachdrücklicheres vorhält«» als die Süu> den ihres bisherige» Lebens ? Und Jenes ist es doch , was »« von ihnen verlangen und fe» , was wir für sie von Gott erbitten .
Eben so heilsam aber ist «s für uns all« , sofern wir Zeugen dieser Bundeshandlmtg stlid . Ist es nicht der Wunsch nnd dieHossnung aller Frommen ? Erbitte ich , erbitten meine lheuren Amrsg«hülfen , die hier gegenwärtig sind , es nicht ganz vorzüglich für unsere lieben Zuhörer , daß sie bey dieser Confirmativn an die feyerliche Stunde denken , da sie ihren Bund erneuerten , und um sie her die Gemeine der Christen , ihre Sieker» und Geschwister und Freunde und Lehrer als Zeugen ihrer Zusagen versammlet waren ? Sollte dies nicht auch der Wille Gottes fey , > ? Und dies ihnen desto rührender zn machen , was könnte dazu zweckmüßi flft seyu , als die Erinnerung au ihre vorher und seither begangene Sünden ? Zwar wird der Fromme mit demüchiqer Freude sich dessen bewußt seyn , daß er seinen Bund gehalten habe ; aber werden ihm seine Schwachheiten nicht auch zur nützliche» Erinnerung dienen ? Und wer sich des schlimmeren bewußt ist , wie heilsam beschämend wirds für ihn fep» , in seinem Her» je» z» sprechen :
" wie war dem Herz so wenig mit deinem Muude , als du da standst , und dein heiliges " Gelübde aussprachst , obschen deine Aelier» und Lehrer ee nicht an den herzlichsten " Ermahnungen halten fehl«» lassen ! Welche Schuld dn'icket dich , welche Strafe
" wartet deiner ! "
tzder :
" Wie aufrichtig war damals dein Herz ! wie treu meynteft du es mit deinem Gott^ " und doch wichst du von seinem heiligen Blinde , gewannst die Welt uuvSünde wie» " der lieb ! Nur Ein Jahr , oder nur weniae Jahre sind seitdem Verstösse» , u»o doch " bist du schon »nitre» geworden , da du auf lebenslang dich verpflichtetest ! Wie nti> " recht hast du gegen Gott , wie unrecht an dir selbst gehandelt ! "
»der :
" Schon soviel ( iO , 20 , zo , 40 ) Jahre find dahin , und doch verharrst du noch im " Unrecht ! So manche Erinnerung , so manche schlimme Folge deiner Bnndbrüchig» " keit , so manche Wohlihat Gottes hat dich noch nicht Mückbnngen ( innen l Solls " den» nicht Einmal für dich heißen :
" Endlich mnß ich mich entschiessen>
" Aengstlich forderls mein Gewissen
" Wieviel Jahre sind mir schon ,
" Ungenntzt zum Heil , enlfioh'n ?
" Will ich noch das Ziel ereilen ,
" Darf ich länger nicht verweilen .
" Immer kürzer wird die Zeit ,
" Näher kömmt die Ewigkeit . " .

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