Full text: Säcular-Feyer der Stadt- und Landgemeine zu Glückstadt

Snmden , die das Jahr noch währt , angelegentlich , ausschließlich beschäftigen . Nähret , erwärmet , belebet sie durch fortgesetzte Rückcrinnerung eurer vorigen Tage , laßt mich nwrgen , wenn ich denn noch lebe und wieder vor Euch austrete , sie w' . ed^finden in Euren Gemüthern . Um meinetwillen — um Eurer Wohlfahrt , um Eurer Ruhe , Eurer Seligkeit willen — um Gottes , um den Wunden Jesu willen — höret micd , daß Gott Euch wieder höre , in der Noch , im lezten Augenblick , am Tage des Gericht« ! — Amen . 
Kirchengebet an beyden Tagen . l ) 
Vor Dir , allgütiger Gott und Vater , erscheinen wir . Deine Kinder , an diesem festlichen Tage , Dich zu loben für alle Huld und Gnade , womit Du , nicht Ein Jahr , sondern hundert Jahre , lang über uns gewaltet hast . Laß unfern Dank , laß unsre Gelübde Dir in Gnaden gefallen , um Christ» willen' . 
Wie große Dmae hast Du , o Herr , an uns geihai , ! Mit welchen Scgnun - gen hast Du uns und unsre Väter überschüttet ! Welche Gefahren und Uebel hast Du von uns , von unserm Ort und Lande abgewandt ! Wie gütig Haft Du uns dein Wort und deinen Dienst erhalten ! Wie mild uns Fähigkeiten und Gelegenheiten zum Guten verlieh'n ! Wie liebreich uns Gesundheit und LebenSu , . 'rhalt gewähret ! Deß rühmet und preiset Dick ) dein Volk mit <Nlcu , und vor allen Geschlechtern der Erde . Ja ! Du hast uns zum Zeichen vor allen Völkern gesetzt : denn dein großes Geschenk , der Friede mit allen seinen Wohlthaten , hat unser Vaterland beglückt . Wie oft , und wie hart fühlren and^e Gebenden , fern und nahe , dieGeissl des Krie - ges , wie manche bluten noch unter ihren Schlägen ! Vor unfern glücklichen Grau zen hießest Du diesen Würgengel vorübergehen . Unsre Felder und Wälder sind nicht verheert ; unsre Hütten nicht ein Raub der Flammen geworden . Uisre Ten« - pcl und Altäre sind nicht entweiht ; untre Brüder , Väter und Söhne sind nicht durchs Schwerdt gefallen ; unfieGattinnen , Schwestern , Töchter und Mütter nicht des wilden Kriegers Beute gewesen . Dir , v treuer mächtiger Schuhgott , danke» wirs mit inniger Rührung , daß Du uns Könige und Regenten gabst , welche den Werth des ÄenschenblutS zu schätzen wußten , und ihnen Raihqeber und Rath ver - liehst , den Frieden zu bauen ! Dir , o Vater des Lichts und der Liebe , danken wir so manche nützliche Anstalt und Verbesserung , so manchen Fortschritt in Kenntnissen , so manchen besonder» und allgemeinen Segen , welcher uns vor andern zu Theil wurde . Wenn wir zurück — wenn wir um uns sehen — find wir nicht selbst und alles , was wir besaßen und besitzen , genossen und genießen , hofften und hoffen , uns 
und 
' ) Dies Gebet und der Text zur Musik war gedruckt in den Händen der Gemein , . 
Anm . d . Herauegebers .
	        

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