Full text: Beyträge zu der neuesten Kirchengeschichte in den Königl. Dänischen Reichen und Ländern (Bd. 2, Stück 2)

285 IV . L . Harboes Synodalrede 
Schulen mehr erfodert werde , als den Namen eines Studenten zu führet , eine Anweisung in der Tl eologie gelesen zu haben , als predigen zu ■ können , oder gar wahre Gelehrsamkeit zu besi - tzen . Er wüste , daß es auf die Erleuchtung des heiligen Geistes , auf ein bekehrtes Herz , auf eine Einsicht in die Tiefen der heiligen Schrift , auf eine Erfahrung von den Wegen Gottes , auf geübte Sinnen und auf das an» komme , was Paulus fodert , nemlich das Ge - heimniß des Glaudens in gutem Gewissen zu bewahren . Daher bat Er auch so oft und in - ständig , wre eö Ihnen , geliebtesteVrüder ! nicht unbekant seyn kan , daß ein jeder nicht nach dem Ansehen der Person , sondern nach , seinem Gewissen bandeln wolle , wenn er je - wand ein Zeugniß oder Empfehlungsschreiben zu ertheilen hatte . Er selbst gieng niemals x dhne Furcht daran . Er fand es hart , jemand dergleichen zu versagen , noch harter aber der - gleichen ohne Grund und Gewißheit zu geben , »eil Er bedachte , daß Er Gott für alle Worte die El schrieb , Rechenschaft geben müste ; daß Empfehlungen als Zeugnisse , und schriftliche Empfehlungen als eidliche Zeugnisse anzusehen sind ; daß an einem Empfehlungsschreiben an den König eben so viel gelegen sey , als an ei . mm Eide vor Gericht ; und endlich , daß es eben so wohl ein falsches Zeugniß sey , wenn wan von jemand ohne Grund ein gutes Zeug - niß giebt , als wenn man einem andern ohne Ursach ein schlechtes gibt . Mit einem so zar - 
ten
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.