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Sicher Meynung ist . Man frage mich also nicht mehr , durch welche Zauberei ) Leander alle Herzen zu fesseln gelvust hat»
Die Gefälligkeit entstehetvonselbstenausder Höflichkeit . Vielleicht sind diese zwey Tugenden ihrer N . ttur nach noch nicht genug unterschieden ? man erlaube mir hier anzumerken , daß die Moral der Religion . sich dahin erstrecket , Haß sie die Grün - - de eitler guten Erziehung bestätiget . Die beyden Lehrsätze , so sie vorschreibt , Demuth und Menschen - liede , sind eigentlich zu reden nichts , als die Aus - Übung einer gefälligen Verfassung» Denn habt ihr nur keinen gar zu hohen Begrif von euch selbst , liebet eures gleichen / so werdet ihr ihnen zu Gefal - len achtsam seyn . Die Liebe des Nächsten und die Bescheidenheit , sind die Quelle aller gesellschaftlichen Tugenden . Diese ehrwürdige Personen , welche christliche Werke ausüben , denen das Unglück der Elenden zu Herzen gehet , die es mit Vergnügen er - füllet , wenn sie ihnen eine hülfreiche Hand reichen können , diese sage ich , sind berechtiget , daß man sie für edelgebohrne Seelen hält , ob sie schon nicht die ausgesuchten Minen dabei ) zu Hülfe nehmen , die der dumme Pöbel für Höflichkeit zu halten pflegt . In der Höflichkeit gicbt es eben so wol eine Heu - cheley , als in der Religion . Ein . junger Herr , , der allerhand Männcrgen und Sprünge macht , ist von dem Character eines artigen Menschen eben so weit entfernet , als ein Scheinheiliger mit seiner gleißnerischen Miene , von dem Character eines wirklich frommen und tugendhaften Mannes .
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