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er sich bey einer betrübten Mutter , so schwimmen seine Augen in Thränen . Wenn ihm ein Freund ettvas Glückliches von sich kund macht , hüpfet sein Herz vor Freuden . Man sollte fast sagen , Lean - der kernete , indem er andern Lehren giebt . Er re - det niemals von feiner Wissenschaft , als wenn er darum gefragt wird . Kommt man vom Krieg zu reden , so spricht er mit Verstand davon ; er stehet aber dabey einen alten Officier an , welcher gegen - - wärtig ist , als ob er ihn gleichsam um sein Gut - achten befragte . Ist die Rede von Moden , vom Geschmack und von den Empfindungen , so beziehet er sich auf die Meynnng des Frauenzimmers . Betrifft das Gesprach einige Puncte aus der storie , Moral , Politic oder Litteratur , so sind ihm diese Materien nicht unbekannt ; allein , in seiner Rede wendet er sich zu der Person , die von rechts - wegen die Sache am besten verstehen sollte . Er kennet die Gelegenheit vollkommen , wo man aus Bescheidenheit Unrecht haben muß , ob man gleich das gröste Recht von der Welt hat . Erhebet sich ein Streit , so ist Leander der letzte , der sich darein legt . Man hört ihn mit Vergnügen an . Er zieht anfänglich jedermann Recht . Er lobet des einen Witz und giebt des andern Reden einen neuen Schwung . Die Meynung eines dritten setzet er in da« schönste Licht . Hier giebt er den Bcyfall mit einer Geberde , dort mit einem bewunderungsvol - len Lächeln . Er erläutert die verschiedene nungen . Er sagt hierauf auch seine Gedanken , und iedermann erstaunet am Ende , daß er mit ihm
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