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diese Zärtlichkeit in den Gesinnungen , diese An - muth , wovon , meiner Beschreibung nach> diewah - re Höflichkeit abhängt ? wohlan , so müssen hier - auf eure Sorgen dahin gehen , daß ihr dasjenige suchet , was andern gefallen kann , und hierzu braucht man eben keine gar zu grosse Fähigkeit des Geistes . Beschäftiget euch mit der Begierde euch angenehm zu machen ; ihr werdet bald die Mittel erkennen , die euch zu diesem Zweck führen werden .
Ich dürfte fast versichern , daß von allen Um - ständen des Lebens , die doch unendlich abwechseln sehr wenig seyn werden , feä ein Mensch , so schwach auch sein Witz ist , nicht sollte urtheilen können , web cher von beyden Wegen der beste sey , und wel - 6 ) er am meisten gefalle . Etwas das gut , und et - was das bös ist , das sind zwey einander so gen gesetzte Dinge , daß man ganz blind seyn müste , wenn man sich darinnen versehen sollte * . Wenn euch übrigens eure Einsicht betrüget , wenn ihr un - glücklicher Weise in der Wahl wechselt , so verbannet eure Furcht . Euer gehabter Bewegungegrund wird euer Betragen rechtfertigen und euren Kehler entschuldigen . Es wäre ungerecht , sich über das Verfahren einer Person beleidiget zu finden , wel - che sich uns gefällig machen wollen . Ein Mensch Nimmt allen seinen Witz zusammen , euch eine Höf - lichkeit zu sagen . Er verstehet sich . Er sagt euch , ohne daran zu denken , eine Grobheit . Könnt iht euch wohl darüber erzürnen ? nein , ein Blinder , der auf der Strasse an uns anstößt , beschimpfet uns nicht . Der erste ist ein Blinder , jedoch auf
eine

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