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spräche macht , daß sie alle Hofmoden durchlau - fett . Nachdem sie ihren feinen Geschmack , über die neuen Aufsätze , über die Kleidungen und über die Schnupftobacksdosen ganz erschöpfet , so ver - lassen sie diese Kleinigkeiten , und bestreiten recht ernsthaft einige Sätze aus der Sittenlehre , Ge - schichte und Litteratur . Hier geben sie ihrer tiefen Unwissenheit freyen Lauf . Es ist , so zu sagen , «in Strom , welcher auebricht . Sie verwirren die Facta , die Tage und die Personen alles unter - einander . Sie sprechen vom Alexander undHan - nival , stellen den ersten vor die Thore von Rom , und schreiben den zweyten die Eroberung Asiens zu . Sie setzen die Ptolomäer auf den Persischen Thron , und machen von der Semiramis eine E - zyprische Königinn . Wenn sie die Werke der ab ren Schriftsteller durchgehen , so sprechen sie dem Homere seine Jlias ab , den Virgil damit zu be - reichern , und erstem eignen sie des SophocleS Trauerspiel« zu . Valere und Damis geben ein ? ander in ihrer weiftn Verzückung wegen ihrer gro - ßen Gelehrsamkeit einmülhigen Beyfall . Cloe lächelt sie an . Der kluge Chrisantes aber , wel - cher sie die bekanntesten Dinge untereinander wer - fen höret , suchet sie auf den rechten Weg zu brin - gen . Er entdecket ihnen ihr Versehen ganz Höf - lich ; er bringet jede Sache wiederum an ihren ge - hörigen Ort ; allein , seine gelehrten Beweise sind alle umsonst . Man giebt kaum darauf Acht , daß «r redet . Man erweiset ihm nicht die Ehre , ihm zuzuhören , und während der Zeit , daß er den
Hans

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